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«Wissenschaftliche Transdisziplinarität» – Ein philosophischer und ethisch-kritischer Diskurs

Emergent vernetzt: Neuroscience – Moderne Biologie im 21. Jahrhundert – Künstliche Intelligenz – Robotik – Superintelligenz – Cyber-Age

Harda Distrid Miebach

Die wissenschaftlich-technische rasante Entwicklung hat begonnen, die traditionellen Grenzen zwischen der unbelebten Technik und dem Reich des Lebendigen durchlässiger zu gestalten. Im Kontext z.B. der Künstlichen Intelligenz sind die Erfolge unbestritten. Die Kreation von Intelligenz auf dem Niveau des Menschen und darüber hinausreichend, könnte laut Stuart Russell und Peter Norvig aber das Leben der Menschheit als Ganzes stark verändern, ja sogar die menschliche Autonomie, Freiheit und das Überleben direkt bedrohen. Im Nexus der Frage, ob der homo sapiens auf dem Weg zum künstlichen Leben unterwegs ist, gilt es, einen weiteren Horizont zu öffnen. Es geht primär darum, was wir wissen müssen und wovon wir wissen können, dass es möglich sein wird, um mit Blickrichtung auf die Zukunft richtig zu entscheiden. Dies ist eine erkenntnistheoretische Perspektive, bei der, Wilhelm Vossenkuhl folgend, das Verhältnis zwischen Vergangenheit und Zukunft im Vordergrund steht.
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Anmerkungen

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1     Sydney Brenner, H. Robert Horvitz und John E. Sulston wurden als Wissenschaftler gemeinsam für ihre Entdeckungen zu der ′genetischen Regulierung der Organentwicklung und dem programmierten Zellsterben′ 2002 mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt. Ohne den Fadenwurm Caenorhabditis elegans hätten die drei Forscher es nie geschafft, die Ordnung im scheinbaren Chaos nachzuvollziehen. Die Forschungen legten zwei empirische Erkenntnisse offen: einmal wie strikt die Regeln sind, nach denen der Organismus des Wurms, aber auch des Menschen sich entwickelt und zum anderen, dass lebende Zellen ein Programm für den ′Selbstmord der Zellen′ enthalten. Die Apoptose ist allgegenwärtig. Wenn tagtäglich im menschlichen Körper etliche Milliarden Zellen neu entstehen, müssen annähernd ebenso viele Zellen absterben. Existierte dieser Prozess nicht, würde der Mensch immer weiter wachsen. Exakt dieser Vorgang ereignet sich beim Wachstum der Krebszellen. Die Arbeiten der drei Forscher am Fadenwurm C. elegans haben eine Tür zu möglichen Therapien für eine Vielzahl bisher nur schwer zu behandelnder Krankheiten aufgestoßen. Beim Schlaganfall, beim Herzinfarkt und bei der Altersdemenz beispielsweise sterben viel zu viele Zellen ab. Aufgrund der zunehmenden Erkenntnis über die genauen Mechanismen dieser Apoptose könnten eines Tages neue Medikamente gegen die Folgen dieser Leiden entwickelt werden (vgl. Der Brockhaus, Nobelpreise, 2004, S. 1044–1045).

2     Craig Venter arbeitet in seinem Institut in Rockville an der Entwicklung künstlicher Bakterien. Er berichtete, das Genom des Bakteriums Mycoplasma genitalium im Labor nachgebaut zu haben. Auch war es...

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