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Aktienemissionen über das Internet – eine Gefährdung des Anlegerschutzes?

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Christoph Rodenhäuser

Die Arbeit vergleicht den Anlegerschutz bei mittels Internet durchgeführten Aktienemissionen mit demjenigen bei herkömmlichen Aktienemissionen. Dabei erfolgt eine eingehende Analyse der bei Eigen- sowie Fremdemissionen durch in- und ausländische Emittenten anwendbaren anlegerschützenden Vorschriften des Zivil-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrechts. Die Arbeit gelangt zu dem Ergebnis, dass aufgrund der Nichtanwendbarkeit wesentlicher kapitalmarktrechtlicher Vorschriften bei einer Eigenemission ein verringerter Anlegerschutz besteht. Aufgrund der mit der Nutzung des Internets verbundenen Internationalität erwachsen bei allen Emissionsformen weitere Risiken im Hinblick auf die Rechtsanwendung und -durchsetzung.
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Einleitung

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A.  Ausgangspunkt

Die Nutzung des Internets als schnelles und kostengünstiges Medium bietet sich für den Kapitalmarkt geradezu an, da durch seinen Einsatz kosteneffiziente Kommunikation und Transaktionen ermöglicht werden1. Daher ist es nicht verwunderlich, dass seit Ende der 1990er Jahre Veränderungen des Finanzdienstleistungssektors zu beobachten sind, die darauf beruhen, dass sich die Akteure diesen Vorteil zunutze machen. Am Anfang dieser Veränderungen stand eine zunehmende Nutzung des Internets für die Erbringung von Bankdienstleistungen (Online-Banking), doch hat das Internet zunehmend auch den Bereich der Finanz- und Kapitalmärkte erobert2.

Grundsätzlich bietet sich das Internet als Markt für Informationen, als Primär- und (außerbörslicher) Sekundärmarkt für Wertpapiere sowie als Börse an3. Als Folge dessen sind eine Veränderung bestehender Geschäftsmodelle4 und das Entstehen neuer5 zu beobachten. Auch wenn diese Entwicklung grundsätzlich positiv beurteilt wird6, sollte nicht übersehen werden, dass manches Geschäftsmodell neben neuen Chancen auch Risiken, insbesondere für den Anleger, birgt7.

Dies wird besonders am Beispiel einer Eigenemission deutlich. Bei einer solchen bietet der Emittent die zu emittierenden Wertpapiere selbst, ohne Beteiligung Dritter, an. Bisher beschränkte sich die Möglichkeit einer solchen Emission auf Ausnahmefälle, bei denen die Mitwirkung von Kreditinstituten aus strukturellen Gründen nicht notwendig war. Eine solche Ausnahmesituation lag beispielsweise vor, wenn Konzerntöchter in der Rechtsform einer AG eine Kapitalerhöhung ← 1 | 2 → vornahmen und die Muttergesellschaft die neuen Aktien übernahm8. Weiterhin nahmen...

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