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Sicherheitsforschung im Dialog

Beiträge aus dem Forschungsforum Öffentliche Sicherheit

Edited By Saskia Steiger, Lars Gerhold and Jochen Schiller

Das Buch ist eine Einführung in das interdisziplinäre Thema der Sicherheitsforschung und eine Aufforderung zu einem kritischen Dialog über eine neue Sicherheitskultur in unserer Gesellschaft. Expertinnen und Experten stellen in diesem Sammelband das Themenspektrum der Öffentlichen Sicherheit vom technisch Möglichen bis hin zum gesellschaftlich Akzeptierten dar und diskutieren aus naturwissenschaftlich-technischer als auch geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Die Publikation ist hervorgegangen aus einer Ringvorlesung mit dem Titel Wie sicher wollen wir leben? Sicherheitsforsc hung im Dialog, die im Wintersemester 2013/14 im Rahmen des Offenen Hörsaals an der Freien Universität Berlin durchgeführt wurde. Ziel der Vorlesung war es, den durch das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit initiierten und fachlich ausdifferenzierten Diskurs um Sicherheit in die interessierte Öffentlichkeit zu tragen und einen Beitrag zum Wissenstransfer zu leisten.
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Risikowahrnehmung in der Bevölkerung – Implikationen für das Sicherheitsempfinden

Der Zwang zur Selektion

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Mit dem Begriff der Wahrnehmung werden in der kognitiven Psychologie alle mentalen Prozesse verstanden, bei denen eine Person über die Sinne Informationen aus der Umwelt (physische ebenso wie kommunikative) aufnimmt, verarbeitet und auswertet.2 Das deutsche Wort „Wahrnehmung“ deutet bereits darauf hin, dass wir das wahrnehmen, was wir als „wahr“ annehmen. Wahrnehmungen sind Ausdruck unserer subjektiven Wahrheit, sie konstituieren also die reale Welt, in der wir uns bewegen. Man kann dieses Wortspiel noch weitertreiben: Die Medien sind die Wahrgeber, die Ingenieure, Techniker und Politiker die Wahrmacher und dann gibt es noch die Klasse der Wahrsager, die ohnehin schon alles im Voraus wissen und damit nicht hinter dem Berg halten. In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie wir Informationen über Risiken, die unser Leben und unsere Sicherheit bedrohen können, wahrnehmen, einschätzen und bewerten.

Inzwischen gibt es eine lange Forschungstradition in Psychologie, Sozialpsychologie und Soziologie, Wahrnehmungsvorgänge, die wir zur Erfassung und Bewertung von Risiken benutzen, theoretisch und empirisch zu erkunden.3 Die Risikowahrnehmung basiert auf der Vermittlung von physischen und kommunikativen Informationen über die Gefahrenquelle, den mentalen Verarbeitungsmechanismen von Informationen durch Dritte und früheren Erfahrungen mit Gefahren. Das Ergebnis dieses mentalen Prozesses ist das ← 23 | 24 → wahrgenommene Risiko, also ein Bündel von Vorstellungen, die sich Menschen aufgrund der ihnen verfügbaren Informationen und des „gesunden Menschenverstandes“ (Common Sense) über Gefahrenquellen machen.4 Das Augenmerk dieses Beitrages liegt also auf der Welt der Vorstellungen und Assoziationen, mit deren Hilfe Menschen Risiken identifizieren und bewerten...

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