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Medienkollisionen und Medienprothesen

Literatur – Comic – Film – Kunst – Fotografie – Musik – Theater – Internet

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Edited By Gudrun Heidemann and Susanne Kaul

Mediale Bezugnahmen wie Intertextualität, Metamedialität, Translation, Umschrift oder Umkodierung von Text- und Bildformaten können als Medienprothetik aufgefasst werden: Wenn Marshall McLuhan Medien grundsätzlich als extensions of man versteht, so beinhaltet dies die zunehmende Ausweitung körperlicher oder medialer Begrenztheit mittels technologischer Innovationen. Als derart verstandene Prothesen können Medien Defizite indes nicht nur kompensieren, es kann auch zu Widerständen gegen die mediale Übertragung kommen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten den kulturkritischen Hintergrund der McLuhanschen Medientheorie (Freuds Prothesenlogik), und in zahlreichen Fallstudien loten sie die Bandbreite der medialen Kollisionsmöglichkeiten an Beispielen aus Literatur, Comic, Film, bildender Kunst, Fotografie, Musik, Theater und Internet aus.
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Der Medea-Mythos in den Verfilmungen von Pier Paolo Pasolini und Lars von Trier.

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Anna Zaorska

Der Medea-Mythos in den Verfilmungen von Pier Paolo Pasolini und Lars von Trier

Wir sehen den Film an, als ob wir eine Menschenabhandlung lesen würden. Wir kennen das Ende, uns interessiert nur die Technik des Vortrags, der Mechanismus des menschlichen Unglücks.1

Aleksander Jackiewicz

Literaturverfilmungen werden oft mit ambivalenten Einschätzungen betrachtet. So bemerkt Anne Bohnenkamp, dass „Literaturverfilmungen […] als abgeleitete Werke wenig geschätzt und als hybride Kunstform grundsätzlich misstrauisch betrachtet“2 werden. Bohnenkamp meint, dass diese Auffassung noch weit verbreitet ist und dass die Skepsis mit der Überzeugung verbunden ist, dass „das literarische Original in der Verfilmung nur verlieren könne“.3 Die Frage, was aus dem literarischen Original bei der Verfilmung verloren geht, erweist sich als nicht ganz gerechtfertigt, weil man es bei einem Medienwechsel immer mit einem anderen Zeichensystem zu tun hat. Vielmehr soll die Frage gestellt werden, was man dabei gewinnen kann. Die Literaturverfilmung bringt eine „Revitalisierung des Alten“4 mit sich und kann als „eine plurimediale Verbreitungsform von Literatur“5 betrachtet werden. Demnach soll sie auch als Versuch einer Reinterpretation verstanden werden, als szenische Vorstellung des Regisseurs oder als eine Art des Übersetzens – oder im Sinne von Marshall McLuhan als „Ausweitung des Menschen“.6 ← 167 | 168 →

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