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Medienkollisionen und Medienprothesen

Literatur – Comic – Film – Kunst – Fotografie – Musik – Theater – Internet

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Edited By Gudrun Heidemann and Susanne Kaul

Mediale Bezugnahmen wie Intertextualität, Metamedialität, Translation, Umschrift oder Umkodierung von Text- und Bildformaten können als Medienprothetik aufgefasst werden: Wenn Marshall McLuhan Medien grundsätzlich als extensions of man versteht, so beinhaltet dies die zunehmende Ausweitung körperlicher oder medialer Begrenztheit mittels technologischer Innovationen. Als derart verstandene Prothesen können Medien Defizite indes nicht nur kompensieren, es kann auch zu Widerständen gegen die mediale Übertragung kommen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten den kulturkritischen Hintergrund der McLuhanschen Medientheorie (Freuds Prothesenlogik), und in zahlreichen Fallstudien loten sie die Bandbreite der medialen Kollisionsmöglichkeiten an Beispielen aus Literatur, Comic, Film, bildender Kunst, Fotografie, Musik, Theater und Internet aus.
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Der Roman als Transplantat im Internet. Zu den intermedialen Bezügen des facebook-Romans Ziemia Nieobiecana [Das Ungelobte Land].

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Ulrike Lang

Der Roman als Transplantat im Internet. Zu den intermedialen Bezügen des facebook-Romans Ziemia Nieobiecana [Das Ungelobte Land]

Anlässlich der Veröffentlichung des ersten Kapitels des Fortsetzungsromans Ziemia Nieobiecana. Opowieści o współczesnej Łodzi [Das Ungelobte Land. Erzählungen über das moderne Łódź] im sozialen Netzwerk facebook am 11. September 2011 sahen sich die AutorInnen1 dazu veranlasst, ihr künstlerisches und gesellschaftliches Anliegen paratextuell zu erläutern:

Dies ist wahrscheinlich das erste literarische Projekt dieser Art in Polen. Es knüpft an die Tradition des in der Presse veröffentlichten Fortsetzungsromans an, jedoch in moderner Form. Die nächsten Kapitel werden ungekürzt und kostenfrei erscheinen, nur auf facebook.To prawdopodobnie pierwszy tego typu projekt literacki w Polsce, nawiązujący do tradycji publikowania powieści w odcinkach w prasie, lecz w jej współczesnym wydaniu. Kolejne części pojawiać się będą bezpłatnie, w całości, jedynie na Facebooku.2

Diese, dem Roman vorgeschalteten Erklärungen, lassen bereits erkennen, dass sich die AutorInnen angesichts der historischen Übergangssituation vom analogen zum digitalen Zeitalter mit seinen neuen Publikationswegen, Autorkonstruktionen und technisch-medialen Möglichkeiten der Notwendigkeit einer (Neu-)Definition des Romangenres bewusst sind. Sie werfen auf hohem selbstreflexivem Niveau Fragen nach dem Verhältnis von literarischer und medialer Konventionalität und Innovation sowie den Beziehungen zwischen LiteraturproduzentInnen und ← 229 | 230 → -rezipientInnen auf – Fragen, denen sich auch dieser Beitrag anhand von Ziemia Nieobiecana [Das Ungelobte Land] exemplarisch widmet.

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