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Japanisches Recht im Vergleich

Erstes Symposium zum japanischen Recht für Nachwuchswissenschaftler an der Universität Augsburg – Deutsch-Japanischer Strafrechtsdialog –ドイツ – 日本 刑法に関する対話

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Henning Rosenau and Oliver Schön

Vom 24. bis 26. Januar 2014 fand das erste Symposium zum japanischen Recht für Nachwuchswissenschaftler an der Universität Augsburg statt. Neun Wissenschaftler aus unterschiedlichen juristischen Fachgebieten, die sich mit dem deutsch-japanischen Rechtsvergleich beschäftigen, stellen in diesem Band die Erkenntnisse ihrer Arbeit vor. Die Themenbereiche sind breit gestreut und reichen vom Eisenbahnrecht bis zum Strafrecht. Durch diesen Ansatz treten die Unterschiede wie auch die Bezüge zwischen den beiden Rechtsordnungen deutlich hervor.
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Die deutsch-japanischen Beziehungen auf dem Gebiet des Rechts

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Die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan auf dem Gebiet des Rechts können auf eine lange Tradition zurückblicken. Nachdem sich Japan in der Tokugawazeit für etwa 200 Jahre nahezu vollkommen gegen außerjapanische Einflüsse abgeschottet hatte, wurde die Öffnung Japans 1853 durch die Kriegsschiffe des US-amerikanischen Admirals Perry erzwungen. Japan musste sog. Ungleiche Verträge mit den USA und europäischen Staaten, 1861 auch mit Preußen, abschließen, die u.a. eine Konsulargerichtsbarkeit vorsahen, mit der sich die Vertragsstaaten einer Unterwerfung unter das japanische Recht mit dem Argument verweigerten, dass das japanische Rechtssystem unzureichend sei. Als Ausweg aus der damit entstandenen Lage sahen es Kaiser Meiji und seine Berater als erforderlich an, ihr Staats- und Rechtssystem zu modernisieren. Zur Vorbereitung entsandten sie in den Jahren 1871 bis 1873 mit der sog. Iwakura-Mission mehr als 100 Personen, unter ihnen sowohl Fachleute als auch Studenten, in die USA und nach Europa, damit diese Informationen und Erfahrungen sammeln und das westliche System erkunden konnten. Zum Teil blieben die mitgereisten Studenten in den besuchten Staaten, um dort zu studieren. Im März 1873 wurde Deutschland besucht. Einer der Mitreisenden, Ito Hirobumi, der später der erste Premierminister Japans wurde, reiste 1882 erneut nach Deutschland, um sich bei den Staatsrechtlern Rudolf von Gneist und seinem Schüler Albert Mosse in Berlin sowie bei Lorenz von Stein in Wien über verfassungs- und staatsrechtliche Fragen zu informieren.

Zudem lud die japanische Regierung eine Anzahl von deutschen juristischen Beratern ein, die...

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