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Japanisches Recht im Vergleich

Erstes Symposium zum japanischen Recht für Nachwuchswissenschaftler an der Universität Augsburg – Deutsch-Japanischer Strafrechtsdialog –ドイツ – 日本 刑法に関する対話

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Henning Rosenau and Oliver Schön

Vom 24. bis 26. Januar 2014 fand das erste Symposium zum japanischen Recht für Nachwuchswissenschaftler an der Universität Augsburg statt. Neun Wissenschaftler aus unterschiedlichen juristischen Fachgebieten, die sich mit dem deutsch-japanischen Rechtsvergleich beschäftigen, stellen in diesem Band die Erkenntnisse ihrer Arbeit vor. Die Themenbereiche sind breit gestreut und reichen vom Eisenbahnrecht bis zum Strafrecht. Durch diesen Ansatz treten die Unterschiede wie auch die Bezüge zwischen den beiden Rechtsordnungen deutlich hervor.
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Intersexualität, Geschlecht und Recht – Ein Vergleich der deutschen und japanischen Rechtspraxis im Personenstands- und Passrecht

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I.   Einleitung

Das Geschlecht als natürliches Merkmal des Menschen begleitet einen jeden von uns das ganze Leben lang und ist in seinen zwei gängigen Ausprägungen – männlich und weiblich – Anknüpfungspunkt für die rechtliche Erfassung von Sachverhalten in den verschiedensten Rechtsgebieten. Die rechtliche Zuordnung zu einem dieser zwei „klassischen“ Geschlechter erfolgte in Deutschland bis vor kurzem unhinterfragt – wie in nahezu allen Rechtsordnungen dieser Welt – durch die Eintragung dieses Geschlechts im Geburtenregister unmittelbar nach der Geburt.1 Die Allgemeingültigkeit dieser bis dato für selbsterklärend gehaltenen Regel stellte der deutsche Gesetzgeber jüngst in Frage: Am 1. November 2013 ist in Deutschland § 22 Abs. 3 des Personenstandsgesetzes (PStG) in Kraft getreten.2 Kann „das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden“, so soll in Zukunft „der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister“ eingetragen werden. Die Konsequenz ist, dass es Neugeborene, in Zukunft aber auch Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen in Deutschland geben wird, die keinen Geschlechtseintrag im Geburtenregister aufweisen – was natürlich nicht bedeutet, dass diese Personen „geschlechtslos“3 sind oder der ← 3 | 4 → Gesetzgeber ein „drittes Geschlecht“4 eingeführt hat. Trotzdem wurde in den deutschen Medien neben vielen positiven Berichterstattungen auch der Untergang des Abendlandes heraufbeschworen; teilweise wurde auch versucht, die Hintergründe der Reform ins Lächerliche zu ziehen, indem z.B. verlautbart wurde, es handle sich bei der gesamten Geschlechter- und Intersexuellen-Diskussion im Kern nur um einen ideologischen und „kuriose[n] Kampf um geschlechtsneutrale...

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