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Ulrich Holbein

Sein Werk zwischen Avantgarde und Archivierung

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Nikolas Buck

Das Buch befasst sich mit Ulrich Holbeins äußerst facettenreichem Werk, das neben genuin literarischen Texten auch Essays, zahlreiche Feuilletonbeiträge und Hörspiele beinhaltet. Kennzeichnend für das Œuvre ist die Anwendung avantgardistischer Verfahren bei gleichzeitiger kontinuierlicher Auseinandersetzung mit der literarischen und philosophischen Tradition. Der Band schließt an die allmählich einsetzende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Autors an. Er versammelt sowohl Einzelanalysen seiner bedeutendsten Texte als auch Beiträge zu übergreifenden Fragestellungen wie etwa der ihm eigenen Form der Autorinszenierung oder seiner Publikationspraxis. Ein Verzeichnis sämtlicher Publikationen sowie eine literarische Collage von Selbstzeugnissen des Autors runden das Buch ab.
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Einleitung

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Ulrich Holbein ist seit Ende der 1980er Jahre als Schriftsteller aktiv. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er vor allem durch seine in der edition suhrkamp erschienenen Essaybände, durch seine Kolumne Sprachlupe (Die Zeit) sowie durch sein im Feuilleton ausnehmend positiv besprochenes Narratorium bekannt. Holbein ist Ernst-Willner-, Hugo-Ball- und Ben-Witter-Preisträger und erhielt im Jahr 2012 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Trotz dieser Referenzen ist sein Werk von der Wissenschaft bis vor Kurzem relativ unbeachtet geblieben. Im Januar 2015 ist nun ein erster Sammelband über den Autor als Heft der Zeitschrift TEXT+KRITIK erschienen.1 Der vorliegende Sammelband hat das Ziel, an die beginnende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk Holbeins anzuschließen und Perspektiven zur weiteren wissenschaftlichen Beschäftigung zu eröffnen.

Ulrich Holbeins äußerst facettenreiches Werk beinhaltet neben genuin literarischen Texten auch zahlreiche Essays, Feuilletonbeiträge und Hörspiele. Es oszilliert auf signifikante Weise zwischen der Anwendung avantgardistischer Verfahren und der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der literarischen und philosophischen Tradition, insbesondere den sogenannten ‚Klassikern‘, sowie der Thematisierung zeitaktueller populärkultureller Phänomene bzw. der ironischen Adaption entsprechender formaler Muster.

In die Sphäre der Avantgarde verweist zuallerst der extensive Gebrauch des Collage- bzw. Montageverfahrens. Der vollständig aus Zitaten zusammengesetzte Roman Isis entschleiert befindet sich beispielsweise auf einer Traditionslinie mit Oswald Wieners die verbesserung von mitteleuropa, roman oder Helmut Heißenbüttels D’Alemberts Ende. Hinzu kommen die vielfältigen transgressiven Tendenzen in Holbeins Werk. ‚Transgression‘ – nach Walter Fähnders und...

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