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Ulrich Holbein

Sein Werk zwischen Avantgarde und Archivierung

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Edited By Nikolas Buck

Das Buch befasst sich mit Ulrich Holbeins äußerst facettenreichem Werk, das neben genuin literarischen Texten auch Essays, zahlreiche Feuilletonbeiträge und Hörspiele beinhaltet. Kennzeichnend für das Œuvre ist die Anwendung avantgardistischer Verfahren bei gleichzeitiger kontinuierlicher Auseinandersetzung mit der literarischen und philosophischen Tradition. Der Band schließt an die allmählich einsetzende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Autors an. Er versammelt sowohl Einzelanalysen seiner bedeutendsten Texte als auch Beiträge zu übergreifenden Fragestellungen wie etwa der ihm eigenen Form der Autorinszenierung oder seiner Publikationspraxis. Ein Verzeichnis sämtlicher Publikationen sowie eine literarische Collage von Selbstzeugnissen des Autors runden das Buch ab.
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Ulrich Holbeins Der illustrierte Homunculus

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← 16 | 17 → Hans-Edwin Friedrich

This article approaches Ulrich Holbein’s first book Der illustrierte Homunculus (1989). Holbein’s discussion of various attempts made by the visual arts to illustrate the artificial creature from Goethe’s Faust II crosses the border between criticism and literature. The iconological over-interpretation implemented by Der illustrierte Homunculus complies with Adorno’s theory of essays, according to which an essay should aim at a continuing process of reflection rather than an exhaustive interpretation of an object.

Ulrich Holbeins erste Buchveröffentlichung erschien 1989 im Münchner Kastell-Verlag. Das Profil des Verlags zur Zeit der Erstveröffentlichung zielte auf die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und anspruchsvoller Feuilletonkultur. Der Titel – Der illustrierte Homunculus. Goethes Kunstgeschöpf auf seinem Lebensweg durch hundertfünfzig Jahre Kunstgeschichte – kündigt eine kunsthistorische Studie an. Dieser Eindruck wird durch das gewählte Thema gestützt; es verbindet systematische Bedeutung mit Abseitigkeit. Homunculus ist eine Figur aus Goethes Faust, dessen Wirkungsgeschichte es für die Deutschen mit den Worten Karl Eibls als „bedeutendste[s] Werk ihrer Nationalliteratur“ ausgewiesen hat.1 Gerade der zweite Teil des Faust war ein ums andere Mal Probstein für überschießende Interpretationen. „Nicht selten entsteht der Eindruck, das Verständnis des Faust II verlange eine Art Geheimwissen.“2 So gesehen, zielt Holbeins Buch aufs Ganze, erprobt sich am geheimnisumwitterten, als esoterisch geltenden Zentrum der deutschen Nationalliteratur.

Andererseits aber nimmt es sich einen Nebenweg vor, indem es die Illustrationen zur Homunculus-Figur unter die Lupe nimmt. Diese sind für die...

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