Show Less
Restricted access

Ulrich Holbein

Sein Werk zwischen Avantgarde und Archivierung

Series:

Nikolas Buck

Das Buch befasst sich mit Ulrich Holbeins äußerst facettenreichem Werk, das neben genuin literarischen Texten auch Essays, zahlreiche Feuilletonbeiträge und Hörspiele beinhaltet. Kennzeichnend für das Œuvre ist die Anwendung avantgardistischer Verfahren bei gleichzeitiger kontinuierlicher Auseinandersetzung mit der literarischen und philosophischen Tradition. Der Band schließt an die allmählich einsetzende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Autors an. Er versammelt sowohl Einzelanalysen seiner bedeutendsten Texte als auch Beiträge zu übergreifenden Fragestellungen wie etwa der ihm eigenen Form der Autorinszenierung oder seiner Publikationspraxis. Ein Verzeichnis sämtlicher Publikationen sowie eine literarische Collage von Selbstzeugnissen des Autors runden das Buch ab.
Show Summary Details
Restricted access

Der Autor – ein anderer. Inszenierung von Autorschaft und Autor bei Ulrich Holbein

Extract

← 110 | 111 → Janneke Schoene

Many of Ulrich Holbein’s texts seem to be some kind of poetological comments on the issue of authorship regarding the author’s functions – an issue that has been present in literary studies for a long time now. Though it would be naïve to identify Holbein’s author figures as images of himself it is evident that he somehow is present in his texts. The essay focuses on Holbein’s staging of authorship.

In einer Art Schreibautobiographie, die in der Publikation Erste Schreibversuche deutscher Schriftsteller neben Texten von Ernst Jandl, Günter Grass und Martin Walser erschienen ist, resümiert Ulrich Holbein (*1953) verschiedene biographisch-künstlerische ‚Phasen‘ wie seine Zeit als Fötus, Klein- und Grundschulkind und fügt in einem dokumentierenden Gestus kindliche Kritzeleien und Geschichten bei. Die als relevant aufgeführten Erlebnisse betreffen vor allem seine frühen Jahre – ein ironischer Bezug auf autobiographische Traditionen, die Lebenserzählungen wie in Goethes Dichtung und Wahrheit am Tag der Geburt beginnen lassen, der kaum aus der eigenen Erinnerung heraus rekonstruiert werden kann. Bereits im Alter von neun Jahren erreicht das Autor-Ich bei Holbein eine „Phase, die für manch einen Dichter nie in Sicht kommt“, die eigene „Mündigkeit als Autor“ wird um 1973 verortet und als „Geburt der adoleszenten Werkidee“ konstatiert.1 Das zuvor benannte kindliche Sprechen, Zeichnen und Schreiben als andere Form einer Autorschaft ist fortan nicht mehr nur eine einfache alltägliche Beschäftigung, sie wird mit dem Bewusstsein der eigenen Autorschaft belegt,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.