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Ulrich Holbein

Sein Werk zwischen Avantgarde und Archivierung

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Nikolas Buck

Das Buch befasst sich mit Ulrich Holbeins äußerst facettenreichem Werk, das neben genuin literarischen Texten auch Essays, zahlreiche Feuilletonbeiträge und Hörspiele beinhaltet. Kennzeichnend für das Œuvre ist die Anwendung avantgardistischer Verfahren bei gleichzeitiger kontinuierlicher Auseinandersetzung mit der literarischen und philosophischen Tradition. Der Band schließt an die allmählich einsetzende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Autors an. Er versammelt sowohl Einzelanalysen seiner bedeutendsten Texte als auch Beiträge zu übergreifenden Fragestellungen wie etwa der ihm eigenen Form der Autorinszenierung oder seiner Publikationspraxis. Ein Verzeichnis sämtlicher Publikationen sowie eine literarische Collage von Selbstzeugnissen des Autors runden das Buch ab.
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Holbeins Verhältnis zu Adorno

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← 136 | 137 → Frank Tietje

For a long time Holbein had been an uncritical fan of Adorno. He believed everything, that the philosopher had been written. Holbein himself describes this as a disease – his „Adornitis“. Reading books of Arno Schmidt, Holbein cures of this illness, because the sensual style of Schmidt’s novels and tales was in his mind a completion of Adorno’s style. As a result of this Holbein became more and more a critical fan of Adorno.

Holbein beschreibt seine erste Begegnung mit Adorno so:

Umfangen, geknechtet vom Bann einer ungemäßen Ausbildung […], übel eingebettet in Großstadtlärm, Lebensekel, Sexualnot, knappe Finanzen, unglückliche Naturverbundenheit und mißliche Mietverhältnisse, nicht uninteressiert an außereuropäischen Traditionen, naßgeworden, regenschirmlos, schlug ich in der Darmstädter Bücherstube ein Buch auf, weiß broschiert, und las: [Zitat Adorno:] „Schön gilt allen der Gesang der Vögel; kein Fühlender, in dem etwas von europäischer Tradition überlebt, der nicht vom Laut der Amsel nach dem Regen gerührt würde. Dennoch lauert im Gesang der Vögel das Schreckliche, weil er kein Gesang ist, sondern dem Bann gehorcht, der sie befängt.“1

Daraufhin hat Holbein das Buch sofort begeistert gekauft. Beide Sätze stammen aus Adornos Ästhetischer Theorie. Spätestens bei der weiteren Lektüre muss Holbein aber feststellen, dass das Buch insgesamt etwas anders funktioniert. Denn in demselben Abschnitt – immerhin geht es dort um das Naturschöne – finden sich...

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