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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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4. Die Schule im Nationalsozialismus 1933–1945

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4.1 Im Spannungsfeld zwischen Kirche und Staat. Katholische Schule und Jugenderziehung in der Diktatur 1933–1945

4.1.1 Vorbemerkung

Das folgende Kapitel unternimmt den Versuch, das Nahe mit dem (scheinbar) Fernen zu verbinden, das Schicksal der Ursulinenschule nämlich in den Zusammenhang der Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche im Ringen um die Kinder und Jugendlichen zu stellen.

„Kirche im Dritten Reich“ ist ein in den Medien und in der einschlägigen Historiographie vieldiskutiertes und kontrovers behandeltes Thema395. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen die Kirchen, insbesondere die katholische, fast makellos da, denn sie galten als standhaft, nicht korrumpiert, mithin unbelastet. Dies lag daran, dass die Bischöfe insgesamt als Widersacher des Regimes galten. So waren sie auch nach dem Krieg als Partner der Besatzungsmächte gefragte Männer bei der Verwaltung und dem Wiederaufbau des zerstörten Landes und prägten die neu entstehende Bundesrepublik in starkem Maße mit.

Das positive Bild der katholischen Kirche, ihrer Bischöfe und vor allem des durch die Kriegszeit regierenden Papstes Pius XII. ist mittlerweile getrübt.

Waren die wenigen Publikationen, die unmittelbar nach dem Kriege erschienen, noch stark vom persönlichen Erleben geprägt und zudem aus den „eigenen Reihen“ heraus publiziert396, so begann mit den Aufsätzen von ← 197 | 198 → Böckenförde397 über den Katholizismus im Jahre 1933 eine Wende in der Einschätzung. Seine Darlegungen, die sich mit der Haltung des deutschen Katholizismus zum Nationalsozialismus beschäftigten, blieben nicht...

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