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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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5. Die Schule 1945–1950

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5.1 Deutschland 1945875

In den letzten Kriegsmonaten hatten die Alliierten über 400 Bombenangriffe gegen deutsche Städte, Industrieanlagen, Straßen, Brücken und Eisenbahnlinien geflogen. 500 000 Tonnen Bomben wurden abgeworfen. Die Verwüstungen vor allem in den Städten waren außergewöhnlich. In Koblenz, eine der am meisten betroffenen Städte, waren 61% der Wohnungen zerstört876. Seit 1944 kamen große Flüchtlingsströme aus dem Osten von jenseits der Oder und Neiße in den Westen Deutschlands. Flüchtlinge, Vertriebene, Soldaten, Ausgebombte und ehemalige KZ-Häftlinge suchten ihre Bleibe oder eine neue Heimat. Zwei Fünftel der deutschen Bevölkerung war irgendwohin unterwegs. Ca. 4,2 Millionen in deutschen Industrie-, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetrieben verpflichtete Zwangsarbeiter warteten auf ihre Heimkehr und verbreiteten verschiedentlich Angst und Schrecken877. Das Eisenbahnnetz war zu 90% zerstört, das Telefonnetz zusammengebrochen.

Die tödliche Bilanz des Krieges ist ohne Beispiel: 19 Mio. Gefallene oder vermisste Soldaten, 15 Mio. Ziviltote, 6 Mio. ermordete Juden. 20 Mio. Menschenleben hatte Sowjetrussland zu beklagen, von 5 Mio. russischen Kriegsgefangenen überlebten nur 2 Mio. Das NS-Regime war gestürzt, die allmächtige Partei zerstoben, die staatlichen Autoritäten verschwunden.

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