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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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2. Koblenzer Mädchenschulen in fester und andauernder Form

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2.1 Die Privatschule Grisar – Holzer – Pies – Beckers (1829–1925)

Am 29. April 1829 richtete die Lehrerin Susanne Grisar das Gesuch an die Regierung in Koblenz, eine Privatmädchenschule errichten zu dürfen. Bürgermeister Abundius Mähler befürwortete das Gesuch, denn Frau Margarethe Goedecke, die seit 1824 eine gleichartige Anstalt in Koblenz leitete, sei nach Trier verzogen. Fräulein Grisar habe bei der Leiterin Goedecke „Hülfe geleistet“, und sie sei bereit, die Schule zu „übernehmen und fortzusetzen“.36 Die erwünschte „Conzession … zur Fortsetzung der Goedeck‘schen Elementarschule in Coblenz“ wurde am 5. März 1829 erteilt. Die neue Leiterin hatte schwere Zeiten zu bestehen. Das Geld fehlte an allen Enden. Aus ihrer Bittschrift an den Koblenzer Stadtrat geht Näheres über den Zustand und die Entwicklung der Schule hervor. Danach besuchten im Jahre 1829 bei Übernahme der Anstalt 32 Schülerinnen die Schule, 1831 waren es 5037, bis 1834 stieg die Zahl auf 104. Im gleichen Jahr wurde der Schulleiterin eine Stelle in Düsseldorf angeboten, die sie auch anzunehmen bereit war. Der Stadtrat bat sie jedoch zu bleiben und bewilligte ihr einen Zuschuss von 150 Reichstalern38. Dennoch wurde der Leiterin die Arbeit nicht leichter, denn neben der Verantwortung für die Verwaltung lag noch die Hauptlast des Unterrichtens auf ihren Schultern. Sie musste sich nämlich aus Kostengründen vornehmlich mit Lehramtskandidatinnen behelfen. Diese schwere Bürde, so schreibt sie, „drohte im Jahre 1841 meine Gesundheit völlig zu untergraben. Der Ew....

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