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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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3. Vorgängerschulen der Ursulinen

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3.1 Die Höhere Töchterschule von Stein – Brockmann (1830–1865)

„Aus einer dieser privaten höheren Schulen für Mädchen, einer Gründung des Direktor J. A. Stein von 1830, die dann von einigen Damen weitergeführt und im Jahre 1902 als staatlich anerkannte höhere Mädchenschule großes Ansehen genoss, ging die von den Ursulinen geführte Anstalt hervor.“61 Diese bündige Aussage behauptet eine direkte Tradition von über 70 Jahren bis hin zu der dann etablierten Ursulinenschule. Ein genauer Blick auf die angenommen Zusammenhänge ist lohnend und notwendig.

Am 3. Februar 1830 eröffnete Jakob August Stein in Koblenz eine „Lehranstalt für weibliche Jugend aus höheren Ständen“.62 Eine Konzession zur Erteilung von Unterricht hatte der Lehrer schon am 14. November 1829 erhalten, als ihm von Regierung und Bürgermeister mitgeteilt wurde, dass ihm „auf Grund der ihm von uns unter dem 18 ten Februar 1826 ertheilten Concession ohne Bedenken gestattet werden kann, am hiesigen Orte Privatunterricht zu ertheilen. Beabsichtigt derselbe jedoch, eine förmliche Privat-Schule zu errichten, so ist darüber … zuvörderst mit dem Bürgermeister zu verhandeln.“63

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