Show Less
Restricted access

Erbrecht in der VR China

Die aktuelle Entwicklung im Rahmen des Aufbaus der Privatrechtsordnung

Series:

Edited By Christina Eberl-Borges and Wang Qiang

Der Band behandelt die gegenwärtige Diskussion über eine Reform des Erbrechts in der VR China. Schon allein aufgrund der Sprachbarriere ist es für den deutschen Juristen schwer, hier Einblick zu gewinnen. Auch sind die wenigsten mit dem chinesischen Recht vertraut. Die einzelnen Beiträge des Buches gehen neben einem Überblick zum chinesischen Privatrecht auf wichtige Eckpunkte einer chinesischen Erbrechtsreform ein und betrachten die Entwicklung aus rechtslinguistischer und rechtsterminologischer Sicht. Dabei wird auch das deutsche Erbrecht rechtsvergleichend mit einbezogen. Der Anhang enthält Übersetzungen wichtiger Rechtstexte, insbesondere der chinesischen Reformentwürfe für ein neues Erbrecht.
Show Summary Details
Restricted access

Zum Stand des chinesischen Privatrechts

Extract



Abstract: The article gives an overview of the development of private law in the People‘s Republic of China since the late 1970s, when the new policy of reform and opening was introduced in the PRC. It discusses the general principles of civil law as well as contract law, tort law, property law, family law, inheritance law, commercial and corporate law, labour law, and conflict of laws.

I.Einführung

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in China erstmals Rechtsreformen mit Blick auf ausländische Rechtsordnungen in Angriff genommen1. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Recht in China seit Jahrhunderten aus zwei heterogenen Teilen2: dem vom Kaiser erlassenen Recht und den gewohnheitsrechtlichen Regeln. Ersteres waren Gesetzesbefehle der Obrigkeit mit Strafsanktionen. Es war schriftlich fixiertes Gesetzesrecht (fa, lü oder falü). Zivilrecht fiel nicht in diesen Bereich3. Dieses entwickelte sich vielmehr aus Sittlichkeits- und Anstandsregeln und beruhte damit auf sog. Sozial- und Kulturnormen (lĭ), die im Volk seit alters her gelebt wurden. Traditionell war im chinesischen Recht also beispielsweise nicht gesetzlich geregelt, wie Verträge geschlossen werden oder Eigentum übertragen wird. Es gab nur gesetzliche Sanktionen für den Fall, dass z.B. ein Vertrag durch Betrug verletzt oder Vermögen unterschlagen oder gestohlen wurde4. Die Notwendigkeit für den Erlass zivilrechtlicher Normen wurde nicht gesehen, weil Dinge wie der Handel den gesellschaftlichen Gruppen selbst überlassen war: Der Staat griff nur ein, wenn die öffentliche Ordnung, etwa durch schwere ← 1 | 2 → Kriminalität, gestört wurde5. Schriftlich fixiertes Zivilrecht ist...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.