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Grenzüberschreitende Kindesentführung

Zum Zusammenspiel des Haager Kindesentführungsübereinkommens mit der Verordnung (EG) Nr. 2201/2003 und dem Haager Kinderschutzübereinkommen

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Julia Eppler

Grenzüberschreitende Kindesentführung wirft komplexe Rechtsfragen auf, in denen sowohl Regelungen der Europäischen Union als auch völkerrechtliche Verträge eine Rolle spielen. Die Autorin geht diesen Fragen nach und bietet Lösungsvorschläge an. Dabei untersucht sie das Zusammenspiel der Verordnung (EG) Nr. 2201/2003 (Brüssel IIa) und des Haager Kinderschutzübereinkommens (KSÜ) mit dem Haager Kindesentführungsübereinkommen (HKÜ) mit Fokus auf dem Kindeswohl. Besondere Aktualität erhält das Buch durch bevorstehende Pläne der EU zur Reform der Brüssel-IIa-Verordnung.
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Einführung in das grenzüberschreitende Kindesentführungsrecht

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„Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass das Bild des Klägers, der sich die Gerichtsstände heraussucht wie ein Kind die Rosinen aus dem Teig, für die Vielzahl der Fälle viel zu einfach ist und deshalb die Wirklichkeit verzerrt.“

(Christian von Bar 1987; entnommen aus Geimer IZPR Rn 1098, m. w. N.)

Etwa 1.000 Kinder werden jedes Jahr in Deutschland dauerhaft vermisst; viele dieser Fälle beruhen auf einer Entführung durch einen Elternteil, der das Kind im Rahmen von Trennung bzw. Scheidung gegen den Willen des anderen Elternteils ins Ausland verbringt oder dort zurückhält.1 Dabei wird die Wegnahme des Kindes gegen den Willen des Sorgeberechtigten als aktive Kindesentführung bezeichnet und unter passiver Kindesentführung die Nichtrückgabe an den Sorgeberechtigten z. B. nach Ausübung des Umgangsrechts verstanden.2 Nach Carl können der Entführung eines Kindes durch einen seiner Elternteile unterschiedlichste Konflikte zugrunde liegen, z. B. persönliche Differenzen, Beziehungen zu anderen Partnern, körperliche oder seelische Misshandlungen, finanzielle Notlagen, Streit über Erziehungsfragen.3 Unterschiedliche kulturelle Vorstellungen bei gemischt-nationalen Beziehungen können zu erheblichen Gräben führen, sobald die Partner gemeinsame Kinder haben und Erziehungsfragen unüberbrückbare Differenzen aufweisen. Nicht zuletzt erhofft sich der entführende ← 31 | 32 → Elternteil im Zufluchtsstaat4, oftmals das eigene Heimatland, in der Regel eine günstigere Rechtsposition als im Herkunftsstaat5 des Kindes.6

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