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Beiträge zu einer Galizienliteratur

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Alois Woldan

Die Aufsätze in diesem Band behandeln Aspekte des literarischen Lebens in Galizien vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie basieren zum großen Teil auf vergleichenden Untersuchungen, die polnische, ukrainische und deutschsprachige Texte mitberücksichtigen. So können sowohl allgemeine und theoretische Aspekte wie Identität, Mehrsprachigkeit oder Gedächtnisorte als auch Themenkomplexe aus dem Raum Galizien (Huzulen, Erdölthematik, Stadttext von Lemberg) erörtert werden. Dazu kommen Studien zu einzelnen polnischen und ukrainischen Autoren wie Ivan Franko, Jerzy Harasymowicz, Andrzej Kuśniewicz, Andrzej Stasiuk, Andrzej Stojowski und Jurij Andruchovyč, die im galizischen Kontext verortet werden.
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Franz Kratters Briefe im Rahmen der Polemik um die Lemberger Josephinische Universität

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Wenige Tage vor der feierlichen Inauguration der Lemberger Universität am 16. November 1784 kam Franz Kratter, bayerischer Publizist, Theaterautor und in späteren Jahren auch Direktor des deutschen Theaters in Lemberg (1819–1824)1, zum ersten Mal in diese Stadt. Er wurde Zeuge der Feierlichkeiten um die Eröffnung der Universität, die nach elf Jahren Unterbrechung auf Grundlage der alten Jesuitischen Akademie als österreichische Universität auf Bestreben Kaiser Josephs II. neu begründet wurde. Zwei Jahre später, 1786, hatte Kratter in Leipzig seine Briefe über den itzigen Zustand von Galizien … in zwei Bänden2 veröffentlicht, die spätestens seit ihrer Neuauflage als Reprint im Jahr 1990 in der Forschung viel Beachtung gefunden haben. Kratter ist nicht der einzige, der um diese Zeit das neue österreichische Kronland Galizien bereiste und für seine Leser beschrieb – vor und um 1800 erschienen insgesamt fünf solcher Beschreibungen, die voll sind mit Denkwürdigkeiten aus diesem exotischen „Neuland“. Während andere Autoren ihre Darstellung mit einer geographischen und historischen Einleitung beginnen, beginnt Kratter mit einer ausführlichen Schilderung der Universität Lemberg, welche einen ganzen halben Band füllt (14 von 28 Briefen des ersten Bandes). Diese Universität gehörte sicher nicht zu den größten Attraktionen weder der Hauptstadt noch des Landes Landes Galizien überhaupt – Alphons Traunpaur, der in seinen Dreyßig Briefen über Galizien … ein Jahr später deutlich mit Kratter polemisiert3, widmet dieser Universität gerade einen Satz, Joseph Rohrer in seinen Bemerkungen...

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