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Beiträge zu einer Galizienliteratur

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Alois Woldan

Die Aufsätze in diesem Band behandeln Aspekte des literarischen Lebens in Galizien vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie basieren zum großen Teil auf vergleichenden Untersuchungen, die polnische, ukrainische und deutschsprachige Texte mitberücksichtigen. So können sowohl allgemeine und theoretische Aspekte wie Identität, Mehrsprachigkeit oder Gedächtnisorte als auch Themenkomplexe aus dem Raum Galizien (Huzulen, Erdölthematik, Stadttext von Lemberg) erörtert werden. Dazu kommen Studien zu einzelnen polnischen und ukrainischen Autoren wie Ivan Franko, Jerzy Harasymowicz, Andrzej Kuśniewicz, Andrzej Stasiuk, Andrzej Stojowski und Jurij Andruchovyč, die im galizischen Kontext verortet werden.
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Vorwort

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Dieser Band versammelt Arbeiten, die im Lauf der vergangenen fünfzehn Jahre entstanden sind und die sich als „Beiträge zu einer Galizienliteratur“ verstehen, wobei hier mit Absicht von einer „Galizienliteratur“ und nicht von mehreren Literaturen in Galizien die Rede ist. Mit dem Begriff „Galizienliteratur“ wird bewusst auf die „literarische Wechselseitigkeit“ im österreichischen Kronland und danach angespielt, auch im Sinn von Jan Kollár, auf den dieser Begriff zurückgeht – jede der nationalliterarischen Strömungen in Galizien – die polnische, ukrainische, deutsch-österreichische und jüdische – ist im Kontext des gesamten literarischen Lebens zu sehen, zu dem eine jede einzelsprachliche literarische Produktion beiträgt und dieses Ganze bereichert. Aus diesem Grund ist der Großteil der aufgenommenen Beiträge komparatistisch, mit Ausnahme von einigen wenigen Beiträgen, die einzelnen Autoren gewidmet sind.

Galizien ist seit den 1980er Jahren auch vermehrt Gegenstand literaturwissenschaftlicher Untersuchungen geworden, die zunächst im Bereich der Germanistik, dann auch im Bereich der Polonistik angestellt wurden. Nach der Wende des Jahres 1989 in Polen bzw. der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine im Jahr 1991 hat das Interesse am alten Galizien deutlich zugenommen, primär im Bereich der historischen Forschung, dann aber auch im Bereich der Literaturwissenschaft. Seit dieser Zeit, da man das ehemalige Ostgalizien wieder leichter bereisen konnte, sind vielfach judaistische Studien ins Zentrum der Forschungsinteressen gerückt, man ist bestrebt die durch den Holocaust vernichtete Welt des Ostjudentums zu rekonstruieren – Texte jüdischer Autoren geben ein wertvolles Zeugnis davon. Aber auch die junge...

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