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Russische Rechtsgeschichte: Texte und Erläuterungen

Teil 2: Von 1613 bis 1682

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Günter Baranowski

Dieser Band beinhaltet Texte, die die russische Rechtsentwicklung zwischen der Wahl Michail Romanovs zum Zaren und Selbstherrscher und der Aufhebung der rückständigen Adelsrangplatzordnung charakterisieren. Diese relativ kurze Zeitspanne – durch viele Kriege, politisch-soziale Konflikte und kirchlich-religiöse Auseinandersetzungen geprägt – bringt ein reiches rechtliches Material hervor. Dieses bezieht sich vor allem auf den Ausbau und Schutz der Staats- und Gesellschaftsordnung, auf den Besitz und die Nutzung des Bodens in Form der Dienst- und Erbgüter, auf die Sicherung der notwendigen Arbeitskräfte sowie auf die Gestaltung von Handel und Gewerbe. Als Gesetzeswerke sind hierfür insbesondere das Sobornoe Uloženie von 1649 als zusammenfassendes Reichsgesetzbuch, das Neue Handelsstatut von 1667 und die Neuangewiesenen Artikel über Schwerverbrechen von 1669 repräsentativ, Dokumente, die auf der beiliegenden CD-ROM detailliert erläutert werden. Wie das Recht in den Handlungen und Entscheidungen der Bevölkerung lebendig ist, kann aus den zahlreichen Beilagen erschlossen werden.
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V. Texte zum Reichsgesetzbuch (Sobornoe Uloženie) – Vorbereitung und Ergebnis

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V.  Texte zum Reichsgesetzbuch (Sobornoe Uloženie) – Vorbereitung und Ergebnis

Die sozialen Auseinandersetzungen erreichen schließlich in einem Aufstand, der am 1. Juni 1648 beginnt und bis zum Januar 1649 anhält, ihren Höhepunkt. In Moskau erheben sich posad-Leute, strel’cy und bojarische Leute gegen die Regierungsspitze mit dem Bojaren B. I. Morozov. Dvorjane und deti bojarskie, die sich in der Hauptstadt für den Zug nach Süden zum militärischen Dienst versammeln, nehmen in den ersten Tagen noch nicht an den gegen die Regierung gerichteten Aktionen teil, ergreifen jedoch alsbald zusammen mit den Spitzen des posad die Initiative zu Verhandlungen mit dem Caren.

Ein Resultat dieser Ereignisse ist der ukaz über die Einberufung eines Zemskij sobor zur Zusammenstellung eines Gesetzbuches [129]. Dieser ukaz, nicht früher als am 16. Juli 1648 erlassen, geht auf eine am 10. Juni übergebene Bittschrift zurück, die nach Beratungen von dvorjane, deti bojarskie, Fernkaufleuten, Handelsleuten verschiedener Städte entstand; diese Kräfte wollen das Anwachsen des Aufstandes aufhalten. Die Bittsteller ersuchen um die Einberufung einer Landes- oder Reichsversammlung, eines Zemskij sobor, zur Behandlung ihrer Forderungen. Auf diesem Zemskij sobor, der zum 16. Juli 1648 einberufen wird, reichen seine Teilnehmer eine Bittschrift über ein neues Gesetzbuch, einer Uložennaja kniga, ein. Daraufhin ergeht dieser ukaz, durch den eine Kommission zur Zusammenstellung des Gesetzbuches gebildet und ein neuer Zemskij sobor für den 1. September 1648 einberufen wird, wozu auch die Normen der Vertretung bestimmt werden.

Damit im...

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