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Acta Germanica

German Studies In Africa

Series:

Carlotta von Maltzan

Die ersten drei Beiträge setzen sich mit Reiseberichten über Afrika aus dem 18. und 19. Jahrhundert auseinander, von den Reisen des österreichischen Afrikaforschers Oscar Baumann nach West- und Ostafrika bis zu den Reisen von Georg Forster und Adelbert von Chamisso ans Kap der Guten Hoffnung. Es folgen eine vergleichende Untersuchung der Romane Zeit der Nordwanderung von Tajjib Salich und Vergiss Ägypten von Barbara Frischmuth sowie eine Auseinandersetzung mit dem Rassismus- und Antisemitismusvorwurf gegenüber Christian Kracht, insbesondere nach der Veröffentlichung von Imperium. Weitere Aufsätze befassen sich mit Ilija Trojanows Roman Der Weltensammler, Jugendbüchern über Afrika – von Herbert Kaufmanns Der Teufel tanzt im Ju-Ju-Busch (1956) bis zu Thomas Fuchs Akwaaba, ein Sommer in Afrika (2006) und Katja Brandis Gepardensommer (2009) – sowie mit André Brinks Roman The Other Side of Silence und schließlich einer Untersuchung des Werkes des südafrikanischen Germanisten Trümpelmann (1903-1982). Mit den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs, hundert Jahre nach dessen Ausbruch, befassen sich im zweiten Teil des Buches zwei Analysen: Einmal wird Stephan Wackwitz, bisher als Familienroman eingestuftes Buch, Ein unsichtbares Land von 2003 neu beleuchtet, zum anderen wird ein Überblick über die deutsche Übersetzungsliteratur während des Ersten Weltkriegs unter dem Aspekt des «militarisierten» Buchhandels vermittelt. Der letzte Beitrag setzt sich mit Büchners Briefen als intertextuelle Selbstzeugnisse auseinander und verortet diese in seinem Gesamtwerk neu.
The first three contributions survey eighteenth and nineteenth century travel writing on Africa: from the travelogues of the Austrian researcher Oscar Baumann, who travelled to West and East Africa, to the reports given by Georg Forster and Adelbert von Chamisso on their trips to the Cape of Good Hope. These opening articles are followed by comparative analyses of the novels Zeit der Nordwanderung by Tajjib Salich and Vergiss Ägypten by Barbara Frischmuth. A further essay deals with allegations of racism and anti-semitism levelled against Christian Kracht following the publication of his novel Imperium. The next few studies deal with Ilija Trojanov’s novel Der Weltensammler, with youth literature in African settings – including Herbert Kaufmann’s Der Teufel tanzt im Ju-Ju-Busch (1956), Thomas Fuchs’s Akwaaba, ein Sommer in Afrika (2006), and Katja Brandis’s Gepardensommer (2009) – as well as with André Brink’s novel The Other Side of Silence. The work of the South African German Studies scholar Trümpelmann (1903-1982) is the subject of another article. Two contributions in the second part of this volume examine – one hundred years after its declaration – the consequences of World War I: Stephan Wackwitz’s novel Ein unsichtbares Land (2003), hitherto categorised as «Familienroman» is being subjected to a new reading, and German literature in translation during World War I receives renewed attention, with a focus on the conditions of a militarised book trade. The final article makes a novel contribution in considering Büchner’s letters intertextually, showing their import for his work as a whole.
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Buchbesprechungen / Book Reviews

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Von Albrecht Koschorke. Frankfurt a.M.: S. Fischer 2012, 480 Seiten. € 24,99

Kernproblem der Arbeit, das interessanterweise im letzten Kapitel erläutert wird, ist ein epistemologisches Paradox der europäischen Moderne, welches Albrecht Koschorke zu Kants „Ding an sich“ zurückverfolgt: Wenn Erkenntnis nicht mehr vom Gegenstand her, sondern von den Bedingungen unseres Erkenntnisvermögens her gedacht wird, so wird der ontologische Status des Dings an sich prekär. Es muss gegeben sein, insofern es uns affiziert, aber es ist nicht „an sich“ erkennbar; gleichwohl müssen wir es denken können, so Kant in der Vorrede zur Kritik er reinen Vernunft (389). Die Reichweite dieses „großen Paradoxes“, und das wird auf verschiedenen Ebenen im Werk herausgearbeitet, ist, dass es einerseits einem konstruktivistischen Wissensmodell der humanities (welches auf einer inneren Kohärenztheorie von Wahrheit basiert, 336) eine Falltür öffnet, insofern es das Gegebene nicht berücksichtigt; andererseits einem Realismus der Naturwissenschaften (als einer Korrespondenztheorie von Wahrheit, 336) einen paradoxen Ursprung seines Erkenntnismodells attestiert. Mit systemtheoretischer Begrifflichkeit stellt sich das Dilemma so dar: „Dem [kantischen] System liegen Voraussetzungen zugrunde, die von den Verhältnissen innerhalb des Systems her nicht gedacht werden können.“ (391) Und dieses Dilemma liegt jedem Anfang zugrunde: „Um den Ursprung als Vorher/Nachher-Schwelle zu überblicken, muss man mehr wissen, als man innerhalb der durch eben diesen Ursprung entstandenen und begrenzten Welt wissen kann.“ (391)

Erst dadurch wird deutlich, welche Rolle eine „Allgemeine Erzähltheorie“ (Untertitel) im Kontext dieser erkenntniskritischen Überlegungen spielt. Denn...

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