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Orient im Okzident – Okzident im Orient

West-östliche Begegnungen in Sprache und Kultur, Literatur und Wissenschaft

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Ernest W.B. Hess-Lüttich and Yoshito Takahashi

Die programmatische Gegenüberstellung von Orient und Okzident spielt seit der «Entdeckung des Ostens» im 17. und 18. Jahrhundert in der Ideengeschichte Europas eine große Rolle. Der Band sucht Erscheinungsformen der «Repräsentation» von Orient und Okzident, wie sie sich in Sprache, Literatur, Medien, Technik und Umwelt äußern, aus mehreren Perspektiven xenologisch zu erschließen. Er vereint Ansätze zur philosophischen Grundlegung interkultureller Ost-West-Forschung sowie der kultur- und literarhistorischen Aufarbeitung wechselseitig fruchtbarer Inspiration, z. B. in der Weimarer Klassik, im Einfluss «östlichen» Denkens auf die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch in der Garten- und Landschaftsarchitektur sowie der Wissenschaftskommunikation im Zeichen neuer ökologischer Herausforderungen.
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Orient im Okzident, Okzident im Orient: Ein Kurzbericht zur GiG-Tagung 2012 in Kyōto: Ernest W.B. Hess-Lüttich (Universität Bern / University of Stellenbosch)

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Ernest W.B. Hess-Lüttich

(Universität Bern / University of Stellenbosch)

Vor dem im Vorwort historisch vertieften wie aktuellen Hintergrund entfaltete das GiG-Colloquium in Kyōto sein Thema in drei Schwerpunkten: (i) Das Bild des Orients im Okzident; (ii) Das Bild des Okzidents im Orient; (iii) Folgen der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung für die Objektbestimmung der Textwissenschaften.1

Unter (i) sollten nach den Vorstellungen der Veranstalter z.B. nicht nur Texte wie die von dem persischen Dichter Hafis inspirierte Gedichtsammlung in Goethes West-östlichem Divan behandelt werden, sondern auch das China-, Indien- oder Islam-Bild in der westlichen Literatur, die Entstehung der Weltatlanten, die Chinoiserien des 17. und 18. Jahrhunderts und der Japonismus im 19. Jahrhundert, der explizite und implizite ‚Orientalismus‘ in der deutschsprachigen Literatur, die Rezeption arabischer und chinesischer Schriftzeichen und Reizwörter in Erzeugnissen der westlichen Kultur und vieles mehr. Umgekehrt sollten unter (ii) z.B. die Formen der Einführung ‚westlicher‘ Kultur und Zivilisation in politische, wirtschaftliche, akademische oder medizinische Domänen innerhalb des ‚östlichen‘ Kulturraumes thematisiert werden, die Rezeption von deutschsprachiger Literatur im arabischen und asiatischen Sprachraum, die Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Übersetzung aus dem Deutschen in die Sprachen des ‚Ostens‘ und dergleichen. Demgegenüber versprachen sich die Organisatoren unter (iii) eine Auseinandersetzung etwa mit den utopisch-dystopischen Zukunftsbildern im Zeitalter der Technisierung und deren Versprachlichung (bzw. deren sprachliche Folgen), mit den durch die Entwicklung der modernen Technologie wesentlich veränderten Kriegs- bzw. Katastrophenszenarien in Texten und Filmen (Science Fiction), was...

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