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Orient im Okzident – Okzident im Orient

West-östliche Begegnungen in Sprache und Kultur, Literatur und Wissenschaft

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Edited By Ernest W.B. Hess-Lüttich and Yoshito Takahashi

Die programmatische Gegenüberstellung von Orient und Okzident spielt seit der «Entdeckung des Ostens» im 17. und 18. Jahrhundert in der Ideengeschichte Europas eine große Rolle. Der Band sucht Erscheinungsformen der «Repräsentation» von Orient und Okzident, wie sie sich in Sprache, Literatur, Medien, Technik und Umwelt äußern, aus mehreren Perspektiven xenologisch zu erschließen. Er vereint Ansätze zur philosophischen Grundlegung interkultureller Ost-West-Forschung sowie der kultur- und literarhistorischen Aufarbeitung wechselseitig fruchtbarer Inspiration, z. B. in der Weimarer Klassik, im Einfluss «östlichen» Denkens auf die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch in der Garten- und Landschaftsarchitektur sowie der Wissenschaftskommunikation im Zeichen neuer ökologischer Herausforderungen.
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Gelassenheit.: Über die interkulturelle Phänomenologie der Subjektivität bei O. F. Bollnow: Salvatore Giammusso (Università di Napoli „Federico II“)

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Salvatore Giammusso (Università di Napoli „Federico II“)

The following paper interprets O. F. Bollnow’s phenomenology from an intercultural point of view. It points out that Bollnow was unsatisfied with the eurocentrism involved in the classic idealistic concept of reason and developed a hermeneutical approach, which came very close to the Zen Buddhism. It has the form of a “meditative” philosophy based on the concept of ‘Gelassenheit’ as a door to a new and productive relationship with the Being in both practical and theoretical life.

In seinem hermeneutischen Philosophieren hat Bollnow einen interkulturellen Zugang zur Philosophie entwickelt, der viele Motive der fernöstlichen Kultur mit aufnimmt. Er hat die Universalitätsansprüche des idealistischen Vernunftbegriffs angegriffen und das echte Gespräch als der Ort der Wahrheit geltend gemacht, zu der hin prinzipiell gleichberechtigte Gesprächspartner gemeinsam konkurrieren. Interkulturalität ist dann bei Bollnow mit der Einsicht verbunden, dass eine Lebensform durch die Erfahrung der Fremden wächst und so auch ihre eigenen Potentiale allererst entfalten kann. Auch war er der Meinung, dass ein Philosoph über gewisse Kenntnisse einer nicht-indogermanischen Sprache verfügen sollte, um ‚von draußen‘ einen Einblick in die eigene Sprache zu gewinnen und zu sehen, welche Vorentscheidungen in ihr schon immer getroffen werden. Die interkulturelle Offenheit in Bollnows Philosophie und seine persönliche Haltung ist durchaus nachvollziehbar: eine vom historischen Bewusstsein im Sinne Humboldts motivierte Hermeneutik muss lernen, die Sprachspiele und die unbewussten Vorentscheidungen der eigenen Kultur vom Sprachhorizont einer fremden Kultur aus zu...

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