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Die Kunstauffassung in Rilkes kunstkritischen Schriften

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Maria Endreva

Die Untersuchung rekonstruiert Rilkes Kunstansichten in seinen Monographien, Aufsätzen, Tagebüchern und Briefen. Gegenstand der Analyse sind die frühen Tagebücher und die Kunstmonographien Worpswede und Auguste Rodin sowie Teile aus seinem Briefwerk, insbesondere Die Briefe über Cézanne und Die Briefe an einen jungen Dichter. Zu Beginn wird die Hypothese aufgestellt, dass Rilkes Kunstansichten eine Kontinuität aufweisen, deren Kern in den drei von der Kritik bestimmten Schaffensperioden im Großen und Ganzen unverändert bleibt. Die Untersuchung macht die konzeptuellen Ähnlichkeiten zwischen Rilkes Kunstansichten und dem Antiperspektivismus in der bildenden Kunst deutlich und behandelt die Hauptelemente der Rilkeschen Kunstansichten Einsamkeit, Ding, Armut und Arbeit.
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Kapitel IV: Rilkes Kunstauffassung unter dem Einfluss von Auguste Rodin und Paul Cézanne

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Der Briefwechsel zwischen Rilke und Rodin, der mehrere Jahre mit gewissen Unterbrechungen gedauert hat, ist die wichtigste Quelle für die Beziehung zwischen den beiden Künstlern. Rilkes Briefwechsel mit Auguste Rodin beginnt am 28. Juni 1902. Rilke äußert die Absicht, eine Schrift über Rodin zu verfassen und die Bitte um Hilfe und Rat. In den ersten Briefen, die Rilke über Auguste Rodin an seine Freunde schreibt, herrscht das Gefühl der Begeisterung vom Werk und Leben des großen Meisters sowie eitler Stolz darauf, dass er mit der Verfassung einer Monographie von Richard Muther beauftragt worden ist. Die Briefe an den Bildhauer selbst sind voll Ergebenheit, Bewunderung, beinahe demütigem Verhalten gegenüber dem Verehrten. Sie strotzen vor superlativen Formen, die Rilkes immense Hochschätzung Rodins als Künstler und Menschen zeigen. Im Laufe des Jahres 1905 ist die Korrespondenz zwischen Rilke und Rodin beiderseits sehr herzlich. Rilke äußert seine Bewunderung und seine Liebe zum verehrten Meister. Rodin ist seinerseits von Rilke ebenfalls sehr angetan und lädt ihn nach Meudon ein, um ein paar Tage bei ihm zu verbringen. Die Herzlichkeit in der Beziehung zwischen den beiden hält nicht lange an. Rilke wird im September 1905 Rodins Sekretär. Im selben Jahr macht er zwei Vortragsreisen zu Rodins Kunst. Ende Juni 1907 ist Rilke zurück in Paris und sehnt sich nach einem Wiedersehen mit Rodin und seinen Werken. Er betont in einem Brief an Clara Rilke vom 26. Juni 1907 die Unmöglichkeit dieses...

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