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Übersetzung als Kulturvermittlung

Translatorisches Handeln. Neue Strategien. Didaktische Innovation

Series:

Camilla Badstübner-Kizik, Zbynek Fiser and Raija Hauck

Der Band präsentiert Perspektiven für die Ausbildung von ÜbersetzerInnen in unterschiedlichen Sprachenkonstellationen und für verschiedene Textsorten. Diskutiert werden translatorische Fragestellungen im Umkreis der Sprachen Deutsch, Englisch, Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Russisch und Französisch mit Blick auf pragmatische, literarische und audiovisuelle Texte. Ein Fokus liegt auf den Chancen und Grenzen übersetzerischer Kreativität und didaktischen Konsequenzen. Kreatives Schreiben, die Arbeit mit Korpora sowie der textsortenspezifische Blick auf die Zielsprachen werden als brauchbare translationsdidaktische Instrumente herausgestellt.
Das Buch «stellt innovative Methoden und Ideen für die translatorische Ausbildung vor und weist neue Wege in der Translationslehre» (Věra Janíková).
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Vermittlung statt Vereinfachung. Zur Einleitung in den vorliegenden Band

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Kulturelle Entwicklungen sind in allen Aspekten ihrer Entstehung, Dauer, Veränderung und gegenseitigen Verflechtung durch komplexe Prozesse bedingt, darunter nicht zuletzt durch Prozesse subjektiver und gruppenorientierter Identitätsbildung mit sprachlicher, historischer, territorialer, sozialer oder auch ästhetischer Dimension. In besonderem Maße spiegelt sich dies in den unterschiedlichen Textsorten sowie in konkreten Texten wider, die im Ergebnis kultureller Entwicklungen als deren ,Produkte‘ entstehen und die ihrerseits Einblick in „kulturelle Deutungsmuster“ (Claus Altmayer) zulassen. Menschliche Handlungen und ihre Ergebnisse – Texte im weitesten Sinn des Wortes – werden auf ihren Wegen von einer Person zur anderen, von einer Gruppe zur anderen, ununterbrochen axiologisch bewertet und auf ihre Verständlichkeit und Vermittelbarkeit hin geprüft. Entstehen auf diesen Kommunikationswegen Barrieren, die auf der Unkenntnis oder Fehlinterpretation von sprachlich und / oder kulturell ,anders‘ determinierten Zeichen, Codes, kommunikativen Regeln oder Werten beruhen bzw. daraus resultieren, so kommt es zu Missverständnissen, Irrtümern, Äußerungen der Nichtanerkennung, Nichtbeachtung, Ablehnung oder Distanz bzw. zu Versuchen, das ,Fremde‘ und ,Unverständliche‘ zu unterwerfen oder zu erobern. In Kontakt- und Vermittlungskonstellationen – über Sprachgrenzen hinweg, aber auch innerhalb von Sprachgemeinschaften – ist es daher von größter Bedeutung, gegenseitigen Respekt gegenüber Alterität, Vertrauen in ,Fremdes‘, Neugier und Empathie zu entwickeln sowie eine Minimalisierung von Berührungsängsten anzustreben.

Übersetzerinnen und Übersetzer sind in Prozessen dieser Art sowohl unentbehrlich als auch unersetzlich. Auf ihnen ruht eine besondere Verantwortung, von ihnen wird eine besondere Sensibilität gefordert, gepaart mit hoher (inter)kultureller Kompetenz. Gerade in Zeiten dynamischer...

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