Show Less
Restricted access

Gesundheitsschutz als Aufgabe der Betriebs- und Tarifparteien

Eine Untersuchung zu Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechten aus dem Betriebsverfassungsgesetz und zur Zulässigkeit einer tarifvertraglich etablierten Arbeitnehmervertretung zum Gesundheitsschutz

Series:

Esther Kollar

Die Autorin behandelt die Beteiligungsrechte des Betriebsrats im Bereich des Gesundheitsschutzes und geht insbesondere auf die zwingende Mitbestimmung aus § 87 Abs. 1 Nr. 7 Betriebsverfassungsgesetz ein. Dabei zeigt sie die Grenze auf zwischen mitbestimmungspflichtigen Maßnahmen des Arbeitgebers zum Gesundheitsschutz und solchen, die zwar die Gesundheit der Arbeitnehmer – sei es unmittelbar oder mittelbar – tangieren, aber nicht der Mitbestimmung des Betriebsrats unterliegen. Abschließend untersucht die Autorin die Zulässigkeit von tarifvertraglich etablierten Arbeitnehmervertretungen zum Gesundheitsschutz und stellt Möglichkeiten der zulässigen Gestaltung im Rahmen eines sogenannten Gesundheitstarifvertrags vor.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1 Einleitung und Gang der Darstellung

Extract

In der Bundesrepublik Deutschland gehen rund 41 Millionen Menschen einer Erwerbstätigkeit nach,1 jeder zweite Einwohner Deutschlands2 steht somit in einem Beschäftigungsverhältnis. Das Arbeitsrecht betrifft – wie kaum ein anderes deutsches Rechtsgebiet – einen großen Teil der Bevölkerung in einem wichtigen Lebensbereich: ihrer Erwerbstätigkeit. Teilzeit- oder vollzeitbeschäftigte Menschen verbringen mehr Zeit in ihrem Arbeitsumfeld als privat mit Freunden und Familie. Körperliche und geistige Belastung durch den ausgeübten Beruf wirken zudem auf die Gesundheit des Beschäftigten. Die Gesundheit eines Arbeitnehmers ist zwar grundsätzlich seine private Angelegenheit, hat aber gesamtgesellschaftliche Relevanz und beeinflusst nicht zuletzt die Produktivität der Volkswirtschaft. Dies wird beispielsweise bei den Kosten krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit deutlich: In der Summe wandten die deutschen Arbeitgeber im Jahr 2011 rund 40 Milliarden Euro für Entgeltfortzahlung, darauf entfallende Sozialbeiträge und anteilige Zahlungen von Krankengeld, auf.3 Im Zusammenhang mit der Gesundheit von Arbeitnehmern stehen auch aktuelle Schlagwörter wie „Demografie“, „Rente mit 67“ und „Fachkräftemangel“.4 Nur ein Unternehmen, das für Motivation und Gesundheit seiner Mitarbeiter zu sorgen vermag, kann die Herausforderungen eines Fachkräftemangels und demografischen Wandels durch Beschäftigung auch älterer Arbeitnehmer bewältigen. Auf diese Weise wird Arbeits- und Gesundheitsschutz zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor eines Unternehmens.5 Ein modernes Verständnis von Arbeits- und Gesundheitsschutz beschränkt sich nicht auf den klassischen Unfallschutz, sondern bezieht sich auch auf die sogenannten „weichen Faktoren“ wie Personalführung, Betriebsklima und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Faktoren sind vor allem vor dem Hintergrund...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.