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Zum ewigen Frieden: Die Theorie des Völkerrechts bei Kant und Rawls

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Chun Yip Lowe

Chun-yip Lowe beschäftigt sich in seinem Buch mit dem Völkerrechtsbegriff bei Kant und Rawls. Er zeigt, dass ein im Sinne der kantischen Moralphilosophie und politischen Philosophie vernünftig Handelnder auch den Forderungen von Öffentlichkeit und Recht genügen kann. Der Autor widmet sich den grundsätzlichen Bedingungen des Völkerrechts, welche die Theorie des Gesellschaftsvertrags sowie der Öffentlichkeit betreffen. Außerdem befasst er sich mit der Anwendung dieser Bedingungen auf die kantische Trichotomie: das Staatsbürgerrecht, das Völkerrecht und das Weltbürgerrecht. Chun-yip Lowe zeigt anhand dieser Trichotomie, dass die kantische Moral- und politische Philosophie eine mögliche Grundlage für die Lösung internationaler Probleme bildet.
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Einführung in die Theorie des Völkerrechts bei Kant und Rawls

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Einführung zur Theorie des Völkerrechts bei Kant und Rawls

Es besteht kein Zweifel daran, dass die französische Revolution einen ideengeschichtlichen Wandel herbeiführte. Sie verpflichtete das politische Denken auf die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Auch Kants berühmte, 1795 verfasste Schrift Zum ewigen Frieden: Ein philosophischer Entwurf (Friedensschrift) steht unter dem Eindruck der Revolution. Trotz seines, im Verhältnis zu Kants Hauptwerken, geringen Umfangs beinhaltet dieser Aufsatz einen bedeutenden Teil der kantischen Philosophie, weil die Friedensschrift Fragestellungen wie beispielsweise die Metaphysik, Teleologie, politische Philosophie und Moralphilosophie umfasst. Beim Lesen der Rechtslehre in der Metaphysik der Sitten stellt man fest, dass der Friedensbegriff deutlich als der Kern des gesamten öffentlichen Rechts oder als letztes Ziel von Kants Moralphilosophie formuliert wird. Aus diesem Grund spielt der Friedensbegriff eine zentrale Rolle in Kants Philosophie. Die Leitidee des kantischen Friedens ist die Etablierung des öffentlichen Rechts. Zur Begründung des öffentlichen Rechts führt Kant den Gesellschaftsvertrag ein, welcher auf die Tradition von Hobbes, Locke und Rousseau zurückführt. Der kantische Gesellschaftsvertrag fungiert nicht nur als die Begründung der Staatsentstehung, sondern auch als das Vernunftprinzip, um zu beurteilen, ob ein politisches System gerecht ist.

Trotz ihrer Wichtigkeit blieben die Friedensschrift lange wenig beachtet. In der Mitte des 20. Jahrhunderts aber änderte sich die Situation. Angesichts der verheerenden Auswirkungen von zwei Weltkriegen gewann das Thema des ewigen Friedens an neuer Dringlichkeit. Hinzu kamen jüngere historische Entwicklungen, wie der Bedeutungszuwachs...

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