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Zum ewigen Frieden: Die Theorie des Völkerrechts bei Kant und Rawls

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Chun Yip Lowe

Chun-yip Lowe beschäftigt sich in seinem Buch mit dem Völkerrechtsbegriff bei Kant und Rawls. Er zeigt, dass ein im Sinne der kantischen Moralphilosophie und politischen Philosophie vernünftig Handelnder auch den Forderungen von Öffentlichkeit und Recht genügen kann. Der Autor widmet sich den grundsätzlichen Bedingungen des Völkerrechts, welche die Theorie des Gesellschaftsvertrags sowie der Öffentlichkeit betreffen. Außerdem befasst er sich mit der Anwendung dieser Bedingungen auf die kantische Trichotomie: das Staatsbürgerrecht, das Völkerrecht und das Weltbürgerrecht. Chun-yip Lowe zeigt anhand dieser Trichotomie, dass die kantische Moral- und politische Philosophie eine mögliche Grundlage für die Lösung internationaler Probleme bildet.
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Kapitel 3 Völkerrecht: Internationale Kooperation und die Transformation der Souveränität

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Kapitel 3 Das Völkerrecht: Internationale Kooperation und die Transformation der Souveränität

3.1 Einleitung

Nach dem Ersten Weltkrieg haben sich Natur- und Geisteswissenschaftler/innen um die Wiederherstellung der Weltordnung gesorgt. Zwei von ihnen, Albert Einstein und Bertrand Russell, vertraten die Ansicht, dass eine Weltregierung errichtet werden soll. Sie waren der Meinung, dass nur eine Weltregierung die Kriege zwischen den Nationen verhindern könne.207 Diese Ansicht bezieht sich eindeutig auf die kantische Idee des Völkerrechts, welche auch die Konzeption der internationalen Kooperation einschließt. Der ewige Frieden ist, wie Kant in der Rechtslehre erklärt, das letzte Ziel des ganzen Völkerrechts,208 das „auf einen Föderalismus freier Staaten gegründet sein [soll]“.209 In Anlehnung an diese Forderung zielt das rawlssche Recht der Völker auf die Etablierung einer Gesellschaft der Völker ab. Die grundlegende Forderung, dass Staaten oder Völker eine internationale Organisation etablieren sollen, ist die Basis der Diskussion des Völkerrechts.

Drei zentrale Fragen bestimmen diese Diskussion; zunächst wird nach der Grundlage und Motivation der Staaten- und Völkerkooperation gefragt. Die Friedensschrift nennt die Überwindung des Naturzustandes als treibenden Grund, und obgleich dieser auf den ersten Blick legitim erscheint, wird durch ihn eine andere Begründung aus Kants Rechtslehre vernachlässigt. In dieser führt Kant das Postulat des öffentlichen Rechts zur Darstellung der Kooperationsnotwendigkeit ein. Zudem umfasst die Forderung nach der Überwindung des Naturzustands nicht den gesamten Kooperationsbegriff Rawls’. Denn Rawls sieht...

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