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Zum ewigen Frieden: Die Theorie des Völkerrechts bei Kant und Rawls

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Chun Yip Lowe

Chun-yip Lowe beschäftigt sich in seinem Buch mit dem Völkerrechtsbegriff bei Kant und Rawls. Er zeigt, dass ein im Sinne der kantischen Moralphilosophie und politischen Philosophie vernünftig Handelnder auch den Forderungen von Öffentlichkeit und Recht genügen kann. Der Autor widmet sich den grundsätzlichen Bedingungen des Völkerrechts, welche die Theorie des Gesellschaftsvertrags sowie der Öffentlichkeit betreffen. Außerdem befasst er sich mit der Anwendung dieser Bedingungen auf die kantische Trichotomie: das Staatsbürgerrecht, das Völkerrecht und das Weltbürgerrecht. Chun-yip Lowe zeigt anhand dieser Trichotomie, dass die kantische Moral- und politische Philosophie eine mögliche Grundlage für die Lösung internationaler Probleme bildet.
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Kapitel 5 Weltbürgerrecht: Der Kosmopolitismus und die Begründung der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte

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Kapitel 5 Das Weltbürgerrecht: Der Kosmopolitismus und die Begründung der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte

5.1 Einleitung

Das folgende Kapitel handelt vom Weltbürgerrecht, das „auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein [soll]“.324 Es soll verdeutlicht werden, dass der Kern dieses Rechts in der allgemeingültigen Hospitalität besteht, welche besagt, dass Ausländer sowohl freundlich behandelt, als auch Aggressionen gegen Ausländer unterlassen werden sollten. Kant untersucht das Problem des Besuchs- und Hospitalitätsrechts, weil der zunehmende weltweite Handelsverkehr und die Kolonialpolitik die Schließung des ewigen Friedens bedrohen.

In seinem kleinen Aufsatz, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, diskutiert Kant weiter, wie die Entwicklung der menschlichen Geschichte sowie der Weltordnung durch das teleologische Urteil und das Weltbürgerrecht betrachtet werden können. Diese mit dem Weltbürgerrecht verknüpfende Weltordnung wird als Kosmopolitismus bezeichnet.325 Kosmopolitismus ist, wie Kleingeld anmerkt, „an attitude taken up in acting: an attitude of recognition, respect, openness, interest, beneficence and concern toward other human individuals, cultures, and peoples as members of one global community.”326 Es wird deutlich, dass Kosmopolitismus und die Anerkennung der Menschenrechte, den Allgemeingültigkeitsanspruch betreffend, im Kern dasselbe bedeuten. Dieser Allgemeingültigkeitsanspruch kann als Universalismus beschrieben werden, der davon ausgeht, dass alle Menschen gemeinsame Charakteristika besitzen. Der ← 145 | 146 → Kosmopolitismus zielt auf eine globale überstaatliche Ordnung, die auf diesen Charakteristika fußt, und so ein Weltbürgerrecht etablieren soll.327

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