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Johann Prokop Schaffgotsch

Das Leben eines böhmischen Prälaten in der Zeit des Josephinismus

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Rudolf Svoboda

Der erste Bischof von Budweis, Johann Prokop Schaffgotsch (1748-1813), ist zweifellos eine große Gestalt der Geschichte Südböhmens. Ziel dieses Werkes ist es, dem Leser eine tiefergehende und systematischere Darstellung von Schaffgotschs Leben, vor allem der Zeit seines Episkopats, vorzulegen. Die Studie erfasst auch die Dynamik des Wirkens dieses Mannes als Geistlicher im kirchenpolitischen System des Josephinismus und stellt seine religiösen bzw. religionsphilosophischen Ansichten dar. Sie umreißt außerdem seinen geistlichen Horizont und geht auf wichtige Ereignisse aus dem ersten Vierteljahrhundert des Bestehens der Diözese Budweis ein, die mit der Tätigkeit dieses Bischofs verbunden sind.
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III. Jugend- und Reifezeit 1748–1783

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III.1 Familiäre Herkunft

Johann Prokop Graf von Schaffgotsch, Freiherr von Kynast und Greiffenstein, entstammte einer bedeutenden Adelsfamilie aus Schlesien, deren Geschichte bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreicht. Ihr Wappenzeichen war ein weißes Schaf. Der Familienname entstand im 15. Jahrhundert aus dem Wappennamen und seiner Verbindung mit dem Vornamen Gotthard bzw. Gotsch, den traditionell die männlichen Nachkommen der Familie trugen. Das Geschlecht der Schaffgotsch verzweigte sich im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts weiter und so ließen sich auch einige seiner Mitglieder in Böhmen nieder. In Schlesien waren ihre wichtigsten Anwesen die Burgen Kynast und Greiffenstein, die später auch einige Mitglieder aus dem böhmischen Zweig der Familie im Titel führten.254

Der berühmteste Vorfahre des ersten Budweiser Bischofs war Hans Ulrich Schaffgotsch (geb. 1595), der als General in den Diensten der Kaiser Matthias und Ferdinand II. stand. Obwohl er evangelisch war, wurde er für seine Verdienste zum Reichsfreiherrn, General der Reiterei und Befehlshaber des kaiserlichen Heeres in Schlesien ernannt. Er verstrickte sich jedoch in ein gefährliches politisches Spiel, das ihm zum Verhängnis wurde. Schaffgotsch war nämlich an der sogenannten Waldstein-Verschwörung beteiligt, wurde gefangen genommen, in Regensburg verurteilt und dort am 23. Juli 1635 hingerichtet.255 Von da an stand das Geschlecht der Schaffgotsch, das auf dem Gebiet der Habsburgermonarchie lebte, fast immer auf der Seite der Regenten, was ihm offenbar zuträglich war, denn seine Mitglieder bekleideten weiterhin hohe administrative,...

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