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Johann Prokop Schaffgotsch

Das Leben eines böhmischen Prälaten in der Zeit des Josephinismus

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Rudolf Svoboda

Der erste Bischof von Budweis, Johann Prokop Schaffgotsch (1748-1813), ist zweifellos eine große Gestalt der Geschichte Südböhmens. Ziel dieses Werkes ist es, dem Leser eine tiefergehende und systematischere Darstellung von Schaffgotschs Leben, vor allem der Zeit seines Episkopats, vorzulegen. Die Studie erfasst auch die Dynamik des Wirkens dieses Mannes als Geistlicher im kirchenpolitischen System des Josephinismus und stellt seine religiösen bzw. religionsphilosophischen Ansichten dar. Sie umreißt außerdem seinen geistlichen Horizont und geht auf wichtige Ereignisse aus dem ersten Vierteljahrhundert des Bestehens der Diözese Budweis ein, die mit der Tätigkeit dieses Bischofs verbunden sind.
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V. Die ersten Jahre im Bischofsamt

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V.1 Die römisch-katholische Kirche in Südböhmen in der theresianischen und josephinischen Zeit

Eingehender beschäftigen sich mit dem Zustand der römisch-katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zwei – in dieser Publikation häufig erwähnte – Autoren: Jaroslav Kadlec im ersten und zweiten Kapitel seines Buches Die Diözese Budweis (Českobudějovická diecéze)539 und Kurt Augustin Huber in seiner Studie Die Kirche in Südböhmen. Ein Überblick.540

Kadlec sieht die Situation im 18. Jahrhundert in Südböhmen sehr positiv. Er belegt, dass im Verlaufe jenes Jahrhunderts die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung katholisch war und dass es sich dabei nicht nur um eine äußerliche Zugehörigkeit, sondern um eine innere Bindung handelte. Dies war dem über mehrere Generationen andauernden Engagement des Ordens- und Diözensanklerus zu verdanken. Einige dieser Geistlichen, Karl Jugl (gest. 1764), Johann Florian Hammerschmidt (gest. 1735), Matthias Krum (gest. 1733) und Andreas Franz de Waldt (gest. 1752), taten sich durch ihre Gelehrtheit und ihre ausgezeichneten Predigten hervor. Ausdruck des religiösen Lebens nach außen waren religiöse Bruderschaften, Literatenchöre, Marianische Kongregationen, Prozessionen und Wallfahrten. Kadlec betont, dass gerade die Wallfahrten für die Barockzeit charakteristisch waren. In Südböhmen waren häufig besuchte Wallfahrtsorte Gojau (Kájov), Rzimau (Římov), Klokot (Klokoty) bei Tabor, Brünnl (Dobrá Voda u Nových Hradů), Maria Schnee beim Heiligen Stein (Svatý Kámen na Kaplicku), Lometz bei Netolitz (Lomec u Netolic)...

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