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Johann Prokop Schaffgotsch

Das Leben eines böhmischen Prälaten in der Zeit des Josephinismus

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Rudolf Svoboda

Der erste Bischof von Budweis, Johann Prokop Schaffgotsch (1748-1813), ist zweifellos eine große Gestalt der Geschichte Südböhmens. Ziel dieses Werkes ist es, dem Leser eine tiefergehende und systematischere Darstellung von Schaffgotschs Leben, vor allem der Zeit seines Episkopats, vorzulegen. Die Studie erfasst auch die Dynamik des Wirkens dieses Mannes als Geistlicher im kirchenpolitischen System des Josephinismus und stellt seine religiösen bzw. religionsphilosophischen Ansichten dar. Sie umreißt außerdem seinen geistlichen Horizont und geht auf wichtige Ereignisse aus dem ersten Vierteljahrhundert des Bestehens der Diözese Budweis ein, die mit der Tätigkeit dieses Bischofs verbunden sind.
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VI. Die Gründung des bischöflichen Priesterseminars

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VI.1 Die Sorge um den Priesternachwuchs in der Ära der Generalseminare

Im vorangegangenen Kapitel wurde das Bemühen des neuen Budweiser Bischofs erwähnt, für den Priesternachwuchs zu sorgen, was von Kadlec sogar als erstes und grundlegendes Vorhaben bezeichnet wurde, das der Bischof bei seinem Wirken in der Diözese von Beginn an verfolgte.663 Nun soll dieses Thema weiter ausgeführt werden.

Johann Prokop Schaffgotsch übernahm sein Bischofsamt in einer Zeit, in der die Priesterausbildung im Rahmen der vom Staat eingerichteten Generalseminare erfolgte. Die Generalseminare waren gegründet worden, nachdem Kaiser Joseph II. durch seinen Erlass von 1783 alle Institutionen aufgehoben hatte, die bis dahin den neuen Klerus heranbildeten. Die Generalseminare wurden dort gegründet, wo es Universitäten und Lyzeen gab.664

In Böhmen verloren das Bistum Königgrätz (Hradec Králové) und das Erzbistum Prag, die bis dahin auch für die Diözese Leitmeritz (Litoměřice) Priester ausgebildet hatten, die Möglichkeit, in eigener Regie Priester heranbilden zu können. In den böhmischen Ländern gab es plötzlich nur noch zwei Ausbildungsstätten, die angehende Priester auf ihre Laufbahn vorbereiten durften – in Prag und Olmütz. In den Diözesen wurden dann auf Ersuchen der einzelnen Bischöfe sogenannte Priesterhäuser eingerichtet, in denen die Absolventen der Generalseminare in einem einjährigen Kurs mit den Bedingungen der jeweiligen Diözese vertraut gemacht werden sollten. Die Seminare selbst hatte man der Zuständigkeit der Bischöfe...

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