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Johann Prokop Schaffgotsch

Das Leben eines böhmischen Prälaten in der Zeit des Josephinismus

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Rudolf Svoboda

Der erste Bischof von Budweis, Johann Prokop Schaffgotsch (1748-1813), ist zweifellos eine große Gestalt der Geschichte Südböhmens. Ziel dieses Werkes ist es, dem Leser eine tiefergehende und systematischere Darstellung von Schaffgotschs Leben, vor allem der Zeit seines Episkopats, vorzulegen. Die Studie erfasst auch die Dynamik des Wirkens dieses Mannes als Geistlicher im kirchenpolitischen System des Josephinismus und stellt seine religiösen bzw. religionsphilosophischen Ansichten dar. Sie umreißt außerdem seinen geistlichen Horizont und geht auf wichtige Ereignisse aus dem ersten Vierteljahrhundert des Bestehens der Diözese Budweis ein, die mit der Tätigkeit dieses Bischofs verbunden sind.
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VIII. Die zweite Hälfte des Episkopats

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VIII.1 Um die Jahrhundertwende

Die meisten Jahre in der zweiten Hälfte von Schaffgotschs Episkopat waren mit unermüdlicher Arbeit ausgefüllt, nur in den letzten beiden Jahren war er krankheitsbedingt gezwungen, den größten Teil seiner Aktivitäten nach und nach einzuschränken. Von den laufenden Arbeiten des Bischofs, die sowohl mit seinem Amt als auch mit seiner Beteiligung an den seelsorgerlichen Aufgaben der Pfarrei Budweis (České Budějovice) zusammenhingen, zeugt das Verzeichnis der bischöflichen Arbeiten.829

Im vorangegangenen Kapitel habe ich erwähnt, dass auch die Diözese Budweis ab 1793 allmählich in den Strudel der europäischen Kriegsereignisse geriet, die zunächst weit entfernt waren, von denen aber im Laufe des folgenden Jahrzehnts auch Südböhmen – und in erster Linie die Residenzstadt des Bischofs – betroffen waren. Budweis, das durch den starken Zustrom von Immigranten aus den ländlichen Regionen nach der Aufhebung der Leibeigenschaft Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts 7000 Einwohner hatte, wobei vor allem die Vorstädte anwuchsen, war im Laufe der Napoleonischen Kriege mehrmals militärisch besetzt.830 Gerade diese Kriege aber brachten die vielversprechende Entwicklung der Stadt ins Stocken. In den Jahren 1805–1806 musste Budweis zunächst die Besetzung durch das französische und dann auch noch durch das bayerische Heer über sich ergehen lassen. 1809 wurde das Hauptquartier der österreichischen Armee nach Budweis verlegt. Die Stadt hatte es vor allem dem Bürgermeister Franz Daublebsky von Sterneck (1750–1815), der einer alten Patrizierfamilie...

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