Show Less
Restricted access

Johann Prokop Schaffgotsch

Das Leben eines böhmischen Prälaten in der Zeit des Josephinismus

Series:

Rudolf Svoboda

Der erste Bischof von Budweis, Johann Prokop Schaffgotsch (1748-1813), ist zweifellos eine große Gestalt der Geschichte Südböhmens. Ziel dieses Werkes ist es, dem Leser eine tiefergehende und systematischere Darstellung von Schaffgotschs Leben, vor allem der Zeit seines Episkopats, vorzulegen. Die Studie erfasst auch die Dynamik des Wirkens dieses Mannes als Geistlicher im kirchenpolitischen System des Josephinismus und stellt seine religiösen bzw. religionsphilosophischen Ansichten dar. Sie umreißt außerdem seinen geistlichen Horizont und geht auf wichtige Ereignisse aus dem ersten Vierteljahrhundert des Bestehens der Diözese Budweis ein, die mit der Tätigkeit dieses Bischofs verbunden sind.
Show Summary Details
Restricted access

XI. Schaffgotschs Persönlichkeit

Extract



XI.1 Das Bild in der Fachliteratur

Zunächst soll die Persönlichkeit Johann Prokop Schaffgotschs aus Sicht der einzelnen Autoren, die über ihn geschrieben haben, vorgestellt und auf die Frage geantwortet werden, welches Bild von ihm bisher gezeichnet wurde.

Als erster entwarf Franz Mardetschläger ein Bild von Schaffgotschs Persönlichkeit. Wie in diesem Buch schon oft und in vielen Zusammenhängen erwähnt, war er der Autor, von dessen Forschungsarbeit die anderen Wissenschaftler ausgingen. Auf mehreren Seiten seines Textes, den er über das Leben und Wirken des ersten Budweiser Bischofs schrieb, ist erkennbar, dass er sehr um ein positives Bild bemüht war. Für seine Arbeit verwendete er sowohl Archivquellen als auch eigenhändig aufgezeichnete Berichte von Priestern, die Schaffgotsch noch persönlich gekannt hatten.987 Problematisch ist, dass nicht alle Informationen, die Mardetschläger anführt, aufgrund des Quellenstudiums verifizierbar sind. Der Text dieses Autors weist auch gewisse legendenhafte Züge auf. Laut Mardetschläger war Schaffgotsch ein Mann von vornehmer Herkunft und hervorragender Bildung. In seinem Amt stellte er seinen guten Willen, seine Kraft und Energie unter Beweis, und dies auch dann, als er gesundheitliche Probleme hatte. Die Priester und andere Untergebene behandelte er mit Freundlichkeit und zugleich väterlicher Strenge. Er achtete sehr konsequent auf die Einhaltung seiner Amtspflichten und dasselbe erwartete er auch von anderen. Insgesamt war ihm sehr an den Menschen, besonders an Armen und Kranken, gelegen, seinen engsten Mitarbeiten und seiner Familie begegnete er mit Liebe. Die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.