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Die Rolle des L2-Inputs in bilingualen Kindergärten

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Martina Weitz

Wie kann Inputqualität in bilingualen Kindergärten erfasst werden? Welchen Einfluss hat die Qualität des Inputs in der Fremdsprache auf den frühen Zweitsprachenerwerb? Diesen Fragen geht die Autorin in ihrem Buch nach und entwickelt einen systematischen Beobachtungsbogen, der es ermöglichen soll, die Inputqualität von fremdsprachigen Fachkräften in bilingualen Kindergärten zu ermitteln. Weiterhin werden Aspekte identifiziert, die sich auf struktureller Ebene auf die Qualität und Quantität des L2-Inputs auswirken können. Um zu überprüfen, welchen Einfluss die Beschaffenheit des sprachlichen Umfeldes auf die L2-Entwicklung der Kinder hat, wird die rezeptive grammatische und lexikalische L2-Entwicklung von über 150 Kindern ausgewertet und mit den Inputdaten in Beziehung gesetzt.
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I Einleitung

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Nach einer Zählung des Vereins für frühe Mehrsprachigkeit an Kindertageseinrichtungen und Schulen (FMKS) hat sich das Angebot bilingualer Kindertagesstätten1 in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Während im Jahre 2004 deutschlandweit 340 Einrichtungen bilingual arbeiteten, konnten im Januar 2014 insgesamt 1035 Kitas verzeichnet werden, in denen eine zweite Sprache durch bilinguale Betreuung eingesetzt wird (http://www.fmks-online.de/aktuelles.html).

In der Literatur werden bilinguale Kindergärten, in denen die zweite Sprache2 nicht Lerninhalt ist, sondern als Kommunikationsmedium zwischen einem (oder mehreren) L2-Erzieher(n)3 und den Kindern genutzt wird, aus diversen Gründen als vorteilhaft erachtet. Zunächst ermöglicht eine so frühe Implementierung einer weiteren Sprache eine Annäherung an die Forderung der EU-Kommission, jeden Menschen zu befähigen, neben der L1 mindestens zwei weitere Sprachen im Laufe der Schulzeit zu erwerben (vgl. Europäische Kommission 2004). Die frühe und intensive Integration einer Fremdsprache im Kindergarten bietet die Möglichkeit, die erworbenen Sprachkompetenzen in der Grundschule auszubauen und ← 23 | 24 → somit mehr Zeit für weitere Sprachen in der Schullaufbahn zu schaffen (vgl. z.B. Wode 2001, 2009). Im Gegensatz zum Schulkontext gestaltet sich die Implementierung einer zweiten Sprache in der Kita weiterhin wesentlich einfacher. Dies liegt u.a. an den fehlenden curricularen Vorgaben und dem dadurch geringeren Leistungsdruck. Auch Studien, in denen der Einfluss des Alters auf das Sprachenlernen untersucht wird, deuten hinsichtlich der erreichbaren Kompetenz (ultimate attainment) auf einen Vorteil von jüngeren gegenüber älteren Lernern hin. Besonders hinsichtlich der Phonologie sowie des...

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