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Die Rolle des L2-Inputs in bilingualen Kindergärten

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Martina Weitz

Wie kann Inputqualität in bilingualen Kindergärten erfasst werden? Welchen Einfluss hat die Qualität des Inputs in der Fremdsprache auf den frühen Zweitsprachenerwerb? Diesen Fragen geht die Autorin in ihrem Buch nach und entwickelt einen systematischen Beobachtungsbogen, der es ermöglichen soll, die Inputqualität von fremdsprachigen Fachkräften in bilingualen Kindergärten zu ermitteln. Weiterhin werden Aspekte identifiziert, die sich auf struktureller Ebene auf die Qualität und Quantität des L2-Inputs auswirken können. Um zu überprüfen, welchen Einfluss die Beschaffenheit des sprachlichen Umfeldes auf die L2-Entwicklung der Kinder hat, wird die rezeptive grammatische und lexikalische L2-Entwicklung von über 150 Kindern ausgewertet und mit den Inputdaten in Beziehung gesetzt.
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II Input

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Der Begriff „Input“ bezeichnet in der Literatur zum Erst- und Zweitsprachenerwerb die Sprache, die die Lerner umgibt. Betrachtet man den ursprünglichen Gebrauch in der Informatik, kann der Begriff zunächst irreführend sein, da er, anders als in der Computersprache, keinerlei Auswirkungen impliziert, d.h. nichts darüber aussagt, ob und inwieweit Lerner den Input tatsächlich „nutzen“. Um diesen Unterschied deutlich zu machen, d.h. die umgebende Sprache von der Sprache abzugrenzen, mit der Lerner in irgendeiner Weise arbeiten, wird Input häufig von Intake (Corder 1967) abgegrenzt (vgl. Gass 1997: 28; siehe auch Kapitel II.2.4).

Dass Input eine grundlegende und notwendige Voraussetzung ist, um Sprache zu erwerben, ist unumstritten. Inwieweit dieser Input jedoch bestimmte qualitative Merkmale aufweisen muss, inwiefern Inputquantität eine Rolle spielt und wie dieser Input von Sprachenlernern genutzt wird, variiert stark je nach theoretischer Perspektive. Ziel der folgenden Darstellung ist es, die unterschiedlichen (und oft konkurrierenden) Ansätze zum L1- und L2-Erwerb kurz zu skizzieren und zu untersuchen, welche Rolle sie dem Sprachinput zuweisen. In dieser Darstellung wird zunächst zwischen Property-Ansätzen und Transition-Ansätzen unterschieden. Während erstere primär versuchen, das zu erwerbende Sprachsystem zu erfassen sowie Lerner-internes Wissen zu beschreiben (vgl. II.1.1), konzentrieren sich letztere darauf, den Prozess des Spracherwerbs sowie Veränderungen in der Lernersprache abzubilden und zu erklären. Darauffolgend wird in Kapitel II.2 der Interaktionistische Ansatz genauer diskutiert, da dieser Ausgangspunkt für viele Untersuchungen ist, die in Bezug auf Input- und Interaktionsqualität durchgeführt wurden...

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