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Die Relation zwischen syntaktischem und lexikalisch-semantischem Wissen beim Satzverstehen in der Fremdsprache

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Jolanta Sekowska

Das Ziel dieser Arbeit ist die Verifizierung der Hypothese über die Modularität des Satzverstehenssystems, im Rahmen dessen das Satzanalysesystem (Parser) als ein Modul zu gelten hat, das ausschließlich die syntaktische Struktur erarbeitet. Untersucht wird die Durchlässigkeit des Parsers für lexikalisch-semantisches Wissen, das neben dem syntaktischen Wissen in die Satzverstehensprozesse involviert ist. Das Aufzeigen, dass initiale Entscheidungen zur Satzanalyse ausschließlich auf der Grundlage syntaktischer Merkmale, unbeeinflusst durch lexikalisch-semantisches Wissen getroffen werden, würde dann als eine positive Verifizierung der Modularitätshypothese und zugleich als Evidenz für die Domänenspezifität und informationelle Verkapselung des Satzanalysesystems gelten. Der Einfluss von lexikalisch-semantischen Faktoren auf die initiale Satzanalyse (Parsing) soll dagegen als eine Falsifizierung der Hypothese über Modularität der Satzverstehensprozesse gewertet werden.
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10. Implikationen für die Glottodidaktik

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Die deskriptive und explikative Erforschung des Satzverstehenssystems und anderer linguo-kognitiven Fähigkeiten als konstitutiver Eigenschaften der Lernenden soll als eine der von F. Grucza (1993) definierten primären Aufgaben der Glottodidaktik angesehen werden, weil ohne genaue Erklärung, wie die Sprachverarbeitungsprozesse funktionieren, es nicht möglich ist, die Grenzen einer rationalen externen Einwirkung auf sie mittels Lehrerverfahren und -materialien zu bestimmen127. F. Grucza erklärt diese Notwendigkeit folgenderweise:

„Zanim nie ustali się i nie wyjaśni, na czym polegają prymarne funkcje uczniów – osób uczących się języka, nie sposób (empirycznie) ustalić, jakie funkcje nauczycieli – osób nauczających go należy uznać za ich funkcje istotne czy podstawowe, a które za wtórne.“ (F. Grucza, 2013: 222)

Die empirischen Befunde (z. B. Sadownik, 1997), dass der Spracherwerbsprozess auf der formal-grammatischen Ebene aufgrund der linguo-kognitiven Ausstattung der Lernenden nur eingeschränkt durch lernerexterne Faktoren, wie Lehrmethode und -materialien gesteuert werden kann, impliziert nach Sadownik (1998, 2006, 2008), dass die Regularitäten des sprachlichen Kompetenzaufbaus nicht einfach umgangen werden dürfen. Als zentrale Erkenntnisfrage sieht Sadownik (1998, 2006, 2008) die Untersuchung, wie die diversen Arten externer Faktoren und die endogenen linguo-kognitiven Fähigkeiten der Lernenden ineinander greifen, d. h. die Bestimmung, wie sich die Erwerbsprozesse selbst steuern bzw. gesteuert werden können. Das Postulat ist umso aktueller, als – wie Sadownik (2006) bemerkt – im Zentrum des applikativen Interesses immer wieder die Möglichkeiten und Methoden der Förderung von sprachlichen Eigenschaften stehen, bei gleichzeitiger...

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