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Die Relation zwischen syntaktischem und lexikalisch-semantischem Wissen beim Satzverstehen in der Fremdsprache

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Jolanta Sekowska

Das Ziel dieser Arbeit ist die Verifizierung der Hypothese über die Modularität des Satzverstehenssystems, im Rahmen dessen das Satzanalysesystem (Parser) als ein Modul zu gelten hat, das ausschließlich die syntaktische Struktur erarbeitet. Untersucht wird die Durchlässigkeit des Parsers für lexikalisch-semantisches Wissen, das neben dem syntaktischen Wissen in die Satzverstehensprozesse involviert ist. Das Aufzeigen, dass initiale Entscheidungen zur Satzanalyse ausschließlich auf der Grundlage syntaktischer Merkmale, unbeeinflusst durch lexikalisch-semantisches Wissen getroffen werden, würde dann als eine positive Verifizierung der Modularitätshypothese und zugleich als Evidenz für die Domänenspezifität und informationelle Verkapselung des Satzanalysesystems gelten. Der Einfluss von lexikalisch-semantischen Faktoren auf die initiale Satzanalyse (Parsing) soll dagegen als eine Falsifizierung der Hypothese über Modularität der Satzverstehensprozesse gewertet werden.
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5. Neuronale Korrelate der Satzverarbeitungsprozesse in der Erstsprache

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Laut J. A. Fodor (1983) wird die funktionale Diskretheit auf der komputationellen Ebene durch die Diskretheit auf der makroskopischen neuronalen Ebene reflektiert. Kognitive Module sollen nach J. A. Fodor (1983) eine fixierte neuronale Architektur aufweisen und entsprechende Läsionen der neuronalen Strukturen spezifische Ausfallerscheinungen in den kognitiven Funktionen zur Folge haben. J. A. Fodor (1983) vermutet, dass neuronale Konnektivitätsmuster einen Zugang zu sprachlichen Wissensstrukturen garantieren:

“Presumably, hardwired connections indicate privileged paths of informational access; the effect of hardwiring is thus to facilitate the flow of information from one neural structure to another. But, of course, what counts as relative facilitation when viewed one way counts as relative encapsulation when viewed the other way. If you facilitate the flow of information from A to B by hardwiring a connection between them, then you provide B with a kind of access to A that it doesn’t have to locations C, D, E,…This sort of differential accessibility makes sense for a system only under the condition that it wants faster access to A than it does to C, D, E, and the rest. (…) Neural architecture, I’m suggesting, is the natural concomitant of informational encapsulation.” (J. A. Fodor, 1983: 98)

Die These, dass zwischen mentalen Strukturen/Prozessen und neuronalen Strukturen/Operationen eine Korrelation besteht, bringt eine Frage mit sich, ob für die Ebenen der grammatischen Repräsentation distinkte neuronale Korrelate zu finden sind. Laut Caplan (1984: 22) bedeutet das Postulat eines Sprachorgans, das eine Autonomie auf der repräsentationalen...

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