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Die Relation zwischen syntaktischem und lexikalisch-semantischem Wissen beim Satzverstehen in der Fremdsprache

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Jolanta Sekowska

Das Ziel dieser Arbeit ist die Verifizierung der Hypothese über die Modularität des Satzverstehenssystems, im Rahmen dessen das Satzanalysesystem (Parser) als ein Modul zu gelten hat, das ausschließlich die syntaktische Struktur erarbeitet. Untersucht wird die Durchlässigkeit des Parsers für lexikalisch-semantisches Wissen, das neben dem syntaktischen Wissen in die Satzverstehensprozesse involviert ist. Das Aufzeigen, dass initiale Entscheidungen zur Satzanalyse ausschließlich auf der Grundlage syntaktischer Merkmale, unbeeinflusst durch lexikalisch-semantisches Wissen getroffen werden, würde dann als eine positive Verifizierung der Modularitätshypothese und zugleich als Evidenz für die Domänenspezifität und informationelle Verkapselung des Satzanalysesystems gelten. Der Einfluss von lexikalisch-semantischen Faktoren auf die initiale Satzanalyse (Parsing) soll dagegen als eine Falsifizierung der Hypothese über Modularität der Satzverstehensprozesse gewertet werden.
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9. Zusammenfassung und Ausblick

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Die vorliegende Arbeit setzte sich zum Ziel, die Modularitätshypothese durch die Untersuchung der Relation zwischen syntaktischem und lexikalisch-semantischem Wissen beim Satzverstehen in der Fremdsprache zu verifizieren. Um zu überprüfen, ob das Satzanalysesystem (Parser) als ein Modul des Satzverstehenssystems fungiert, wurde eine Reihe von Experimenten durchgeführt, von denen einige auf Detektierung der Inkompatibilitäten und andere auf die Art und Weise der Interaktion von beiden Wissensquellen bei der Verarbeitung wohlgeformter Sätze ausgerichtet waren. Die Untersuchung ergab:

Die vorliegende Studie liefert Evidenz für die Modularität des Satzverstehenssystems, d. h. für die Domänenspezifität und informationelle Verkapselung des Parsers. Damit wird auch die Universalität der Satzverarbeitungsprinzipien vorausgesagt: Die Analyse der Satzstruktur in der Fremdsprache darf nicht getrennt von den Mechanismen der Satzverarbeitung in der Erstsprache betrachtet werden.

In Bezug auf die Morphosyntaxverarbeitung als einer unentbehrlichen Vorbedingung eines effizienten Satzverstehens ist auf zwei Aspekte morphosyntaktischen Wissens hinzuweisen: Auf das Wissen über morphophonologische Form und das Wissen über funktionale Merkmale. Anzumerken ist, dass eine morphophonologische Form mit mehreren funktionalen Merkmalen korrespondieren kann. Pienemann (1998) trifft eine Unterscheidung zwischen lexikalischen, phrasalen und intraphrasalen Morphemen, je nachdem, welche Funktion sie bei der Erstellung der Abhängigkeitsrelationen spielen. Phrasale Morphologie liegt der Festlegung der intraphrasalen Kongruenzrelationen (z. B. Pluralkongruenz) zugrunde und intraphrasale Morphologie der interphrasalen Kongruenzrelationen (z. B. Subjekt-Verb-Kongruenz). Die Etablierung einer interphrasalen Relation besteht nach Pienemann (1998) aus zwei Subprozessen: der Identifizierung der grammatischen Funktion der Phrase und der Speicherung von relevanten Kongruenzmerkmalen im...

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