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Das Gen und seine Geschichte

Naturwissenschaftliche und philosophische Hintergründe der modernen Genetik- Lebewesen im Spiegel der Wissenschaftshistorie

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Kurt Otto Plischke

Gene steuern Pflanze, Tier und Mensch. Das Gen ist das Atom der Biologie. Wie kam es zu diesem Modell, das 1953 mit dem Nobelpreis gekrönt wurde? Welche Einwände gibt es gegen das Modell? Dieses Buch verfolgt erstmalig in den Originaltexten der beteiligten Forscher die Ursprünge der Vorstellung aus der Entstehung der Biologie im Jahr 1800 über die Gründung der Genetik 1906 bis in die Gegenwart. Die Auffassung von der Lebendigkeit des Lebenden wandelte sich entsprechend dem Selbstverständnis der Wissenschaft. Eine physiologische Biologie ersetzte die Naturphilosophie. Leben, Organismen und Gene werden definiert in den Gesetzen von Chemie und Physik. Das Gen und seine Geschichte beleuchtet die Folgen für unser Bild von Mensch und Natur.
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V. Die erste experimentell entwickelte Vererbungslehre. Mendel: Merkmale sind zusammengesetzt aus Elementen

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V.   Die erste experimentell entwickelte Vererbungslehre. Mendel: Merkmale sind zusammengesetzt aus Elementen

In vorauseilendem Unterschied zur Fachbiologie seiner Zeit steht der Gelehrte Johann Gregor Mendel.

Über den Lebensweg Mendels berichtet Ingo Krumbiegel (Krumbiegel 1955): Geboren ist Mendel am 22. Juli 1822 im österreichischen Schlesien in Heinzensdorf, aufgewachsen auf dem bäuerlichen Gut seiner Eltern in einer Umgebung, die seine Neigung zu lebenslanger Beschäftigung mit Pflanzen weckte. Sein Vater, ein begeisterter Pflanzenbauer und Obstzüchter, und der Pfarrer seiner Heimatgemeinde, der ebenfalls mit Vorliebe Fruchtbäume pflegte, versorgten die Dorfbewohner mit Pflanzensamen. Sie unterwiesen sie in der Technik der Veredelung und den neuesten Kenntnissen der Obstbaumhaltung. In einem Schulgarten des Gutes Waldburg lernten die Schulkinder allgemeine Naturkunde und praktischen Umgang mit Bienen und Pflanzen. Nach der Volksschule und einer Schule des Piaristenordens besuchte Mendel das Gymnasium. Missernten und der Umbau des elterlichen Hofes hatten zur Folge, dass Mendels Eltern das Schulgeld nicht mehr zahlen konnten. Mendel war mit 16 Jahren allein auf sich gestellt. Während der Schulzeit gab er Privatunterricht, in den Ferien arbeitete er auf dem Hof seiner Eltern. Ein Vorbild für das auch später von ihm ausgeübte lernende Lehren fand er in dem Onkel seiner Mutter, der es als Autodidakt zum ersten Lehrer von Heinzensdorf gebracht hatte. In seiner Kinderzeit war Mendels liebste Spielgefährtin die jüngere Schwester Theresia. Sie mochte ihren Bruder über alles und verzichtete auf einen Teil ihres Erbes, um ihm das Studium zu ermöglichen....

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