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Bausteine translatorischer Kompetenz «oder» Was macht Übersetzer und Dolmetscher zu Profis?

Innsbrucker Ringvorlesungen zur Translationswissenschaft VII

Series:

Lew Zybatow and Michael Ustaszewski

Dieser Band präsentiert die Beiträge der VII. Innsbrucker Ringvorlesung zur Translationswissenschaft, die im Sommersemester 2013 am Institut für Translationswissenschaft zu Innsbruck stattfand. International namhafte Translationswissenschaftler aus sieben Ländern Europas stellten zu der traditionellen internationalen Innsbrucker Ringvorlesung ihre Forschungen zum Phänomen Translationskompetenz vor und zur Diskussion. Translationskompetenz – Woher kommt sie? Was ist das? Wohin geht sie? Diesen drei programmatischen Fragen lassen sich alle Vorlesungen dieses Bandes zuordnen, der bewusst den Titel Bausteine translatorischer Kompetenz trägt, da die Frage, was die Translationskompetenz ausmacht, bis heute Rätsel aufgibt. Die Beiträge beleuchten einzelne Kompetenzen, über die TranslatorInnen nach Meinung der Ringvorlesenden verfügen (müssen), um professionell übersetzen bzw. dolmetschen zu können. Die AutorInnen des Bandes sind: Gyde Hansen (Kopenhagen), Peter Sandrini (Innsbruck), Pius ten Hacken (Swansea/Innsbruck), Michaela Albl-Mikasa (Winterthur), Vlasta Kučiš (Maribor), Anna Małgorzewicz (Wrocław), Sebastian Donat (Innsbruck), Wolfgang Pöckl (Innsbruck), Laura Santamaria (Barcelona), Lew Zybatow (Innsbruck).
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Die soziokognitive Kompetenz des Translators und ihre Stellung in der Translationsdidaktik

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1. Grundlegendes

Das Paradigma, das den Untersuchungsgegenstand im Rahmen des vorliegenden Beitrags festlegt, ist das Modell des Translationsgefüges von Franciszek Grucza (1981, 1998, vgl. auch Kielar 1988), das die Translationsrealität in Kommunikationskategorien definiert und den Translator in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses stellt. Dieser anthropozentrische Ansatz erlaubt es, die Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten des Translators vor dem Hintergrund der kommunikationsorientierten Translationsaufgabe zu betrachten, welche von Żmudzki (2005, 2006, 2008a, b, c, 2009) zur entscheidenden Kategorie des Translationsgefüges erhoben wurde. Dank dieser Erweiterung der Betrachtungsperspektive gewinnen die Operationen und Handlungen des Translators an strategiehaftem Charakter. Alle vom Translator unternommenen Schritte werden von diversen Faktoren der kommunikationsorientierten Translationsaufgabe determiniert. Sämtliche Bestrebungen des Translators zielen auf die Herstellung der Kommunikation zwischen dem primären Sender des Ausgangstextes und dem finalen Empfänger des Zieltextes ab. Ausschlaggebend für das Zustandekommen der einseitigen bzw. zweiseitigen Kommunikationsrelation ist der Relevanzaufbau in Bezug auf den finalen Empfänger. Nur die sprachlichen Äußerungen, welche eine Relevanz für ihre Rezipienten aufweisen, können erfolgreich mental verarbeitet und dem kommunikativen Kontext entsprechend interpretiert werden. Der Translator ist somit bemüht, solche zielsprachlichen Äußerungen zu produzieren, die einerseits mit den mentalen Strukturen und Kommunikationserwartungen ihrer Rezipienten, andererseits mit den Kommunikationserwartungen des primären Ausgangstextproduzenten bzw. des Initiators der Translationsaufgabe kompatibel sind. Aus diesem Anspruch ergibt sich die Forderung an den Translationsforscher, Antworten auf die von Zybatow (2008, 19; 2010, 101; 2012, 14) an die Translationsforschung formulierten drei Fragestellungen zu...

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