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Persuasion im deutschen und italienischen Fußballspielbericht

Argumentation und Emotion

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Anja Unkels

Wer urteilt, der muss die Dinge hervorheben, auf denen das Urteil beruht, so Aristoteles. Dass der Fußballspielbericht demnach zum argumentativen Diskurs zählt, veranschaulicht die Arbeit anhand zahlreicher Beispiele deutscher und italienischer Online-Fußballspielberichte. Sie stellt ein graphisches Argumentationsmodell bereit, dessen Anwendbarkeit durch umfangreiche Beispielmodelle belegt wird. Dabei wird deutlich, dass die Texte wiederkehrende Strukturen aufweisen, die den jeweiligen Textaufbau steuern. Zudem generiert die Analyse eine persuasiv funktionale Unterscheidung von sprachlich thematisierter Emotion und Emotionsausdruck. In der Gesamtschau der persuasiven Mittel zeigt sich u.a., dass die Berichterstatter eine emotional positive Beeinflussung der Leser anstreben.
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3. Argumentation

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Die Argumentation, aus der die gesamte Rhetorik, wie Mortara Garavelli es ausdrückt, ihre Daseinsberechtigung schöpft (vgl. 112008: 49), ist der Teil des persuasiven Diskurses, in dem Sprechakte durch andere Sprechakte gestützt werden. Bei diesen Stützungsrelationen, die pragmatisch unterschiedlich ausgeprägt sein können, wie noch zu sehen sein wird, spricht man von argumentativen Strukturen. Dabei unterscheidet man ihre Bestandteile zunächst hinsichtlich ihrer Funktion als Argument und Konklusion bzw. Folgerung. Die Begriffe ‚Argument‘ und ‚Argumentation‘ werfen hinsichtlich einer präzisen Definition zunächst einige Unklarheiten auf. Zum einen sind sie in der deutschen Alltagssprache sehr gebräuchlich, was eine rein wissenschaftliche Definition erschwert. Atayan hat bereits auf die Problematik der Alltäglichkeit des Phänomens Argumentation hingewiesen. Dabei macht er darauf aufmerksam, dass die Definition eines geisteswissenschaftlichen Phänomens „dem Zwang einer Relation zum dazugehörigen vorwissenschaftlichen Begriff“ unterliegt (vgl. Atayan, 2006: 17 ff.). Zum anderen sind sie in den verschiedenen Einzelsprachen, wie auch Pirazzini (vgl. 2002a: 8) anführt, sowie innerhalb der Einzelsprachen unterschiedlich definiert. So heißt es für das Deutsche im Duden-Universalwörterbuch: „Argument: Rechtfertigungsgrund, [stichhaltiger, plausibler] Beweisgrund, Punkt einer Beweisführung“ (Duden 62007, unter Argument) und im Synonymwörterbuch: „Argument: Argumentation, Begründung, Beleg, Beweis, [Beweis]grund, Entgegnung, Erklärung, Rechtfertigung“57 und „Argumentation: Darlegung der Argumente, Beweisführung“ (Duden 62007, unter Argumentation). Der Brockhaus definiert: „Argument: […] Beweisgrund, Begründung für eine Behauptung“ (Brockhaus 212006, unter Argument), während der Zingarelli unter dem Terminus argomentazione einen „atto dell’argomentare....

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