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Persuasion im deutschen und italienischen Fußballspielbericht

Argumentation und Emotion

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Anja Unkels

Wer urteilt, der muss die Dinge hervorheben, auf denen das Urteil beruht, so Aristoteles. Dass der Fußballspielbericht demnach zum argumentativen Diskurs zählt, veranschaulicht die Arbeit anhand zahlreicher Beispiele deutscher und italienischer Online-Fußballspielberichte. Sie stellt ein graphisches Argumentationsmodell bereit, dessen Anwendbarkeit durch umfangreiche Beispielmodelle belegt wird. Dabei wird deutlich, dass die Texte wiederkehrende Strukturen aufweisen, die den jeweiligen Textaufbau steuern. Zudem generiert die Analyse eine persuasiv funktionale Unterscheidung von sprachlich thematisierter Emotion und Emotionsausdruck. In der Gesamtschau der persuasiven Mittel zeigt sich u.a., dass die Berichterstatter eine emotional positive Beeinflussung der Leser anstreben.
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7. Illustrative Gesamttextanalysen

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Es konnte gezeigt werden, dass argumentative Strukturen in den untersuchten Online-Fußballspielberichten zentrale konklusive Elemente in Form von argumentativen Hauptsequenzen aufweisen, welche durch Äußerungen auf niedrigeren Textebenen gestützt werden, die ihrerseits – außer auf der untersten argumentativen Textebene – gestützt werden. Emotionen spielen in diesen Strukturen auf zweierlei Arten eine Rolle, nämlich als argumentative Mittel der Stützung von Bewertungen (Emotionszuschreibung) sowie als persuasive Mittel zur Vergemeinschaftung mit dem Rezipienten (Emotionsausdruck). Es wird von der Annahme ausgegangen, dass die Intention des Emittenten eines Spielberichts darin besteht, den Rezipienten zu einer erfolgreichen Bewertungsteilung zu bewegen:

L’analyse du commentaire sportif révèle une démarche argumentative persuasive, où l’émotionnalisation ne sert pas d’appel direct et immédiat à un comportement ou une action précise comme une publicité ciblée mais tend à créer chez le lecteur une disponibilité affective favorable à la réception du message suggéré, un consensus émotionnel, un sentiment d’empathie avec le journal et le monde du sport évoqué (Hammer/Bastian, 2009: 313).

So intendiert der Emittent die Rezeption als Unterhaltung im Sinne eines möglichst positiven Erlebens. In diesem Kapitel soll daher gezeigt werden, wie argumentative Strukturen (Logos) mit den Emotionszuschreibungen als Form des Pathos und dem Emotionsausdruck (Ethos) persuasiv interagieren. Dazu wird im Folgenden an vier verschiedenen Spielberichten aus Süddeutsche.de, Kicker.de, Gazzetta.it und LaRepubblica.it zum WM-Halbfinale 2006 zwischen Italien und Deutschland dargestellt, wie durch Interaktion von Argumentationsstruktur und Emotionsinduktion gezielt positive Gefühle evoziert und/oder verst...

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