Show Less
Restricted access

Der Mensch und seine Welt

Die philosophische Anthropologie in der Systematischen Theologie Paul Tillichs

Josef Torggler

Das Buch beschäftigt sich mit der philosophischen Anthropologie in der Systematischen Theologie Paul Tillichs, nach der der Mensch wie alles Seiende in sich eine essenzielle polare Struktur trägt und den Bedingungen der Endlichkeit untersteht. Auf der einen Seite vereint der Mensch in sich alle Dimensionen des Lebens (die anorganische, organische, psychische, geistige und geschichtliche Dimension) und kann durch seinen Geist mit allem, was ist, in Beziehung treten. Bewusstsein und Freiheit zeichnen ihn aus. Andererseits ist sein Dasein durch die polaren Gegensätze und den Zustand der Endlichkeit bestimmt und auch gefährdet. Es bedarf daher steter Bemühung um Ausgewogenheit der Polaritäten und um Besinnung auf das allem Relativen zugrunde liegende Absolute, in welchem das Seiende gründet.
Show Summary Details
Restricted access

I. Ontologische Voraussetzung

Extract



1. Notwendigkeit der ontologischen Fragestellung

Schon in der frühen Abhandlung „Philosophie“24 zeigt Tillich, wie gegenüber einzelwissenschaftlichen Fragen die Fragestellung der Philosophie von besonderer Radikalität gekennzeichnet ist. Während das Fragen der Einzelwissenschaften sich auf einen vorgegebenen, abgegrenzten Gegenstand bezieht, richtet sich „das philosophische Fragen auf das Fragen selbst, seinen Charakter und seinen Gegenstand“25. Das Fragen der Philosophie richtet sich nicht nur auf diesen oder jenen bestimmten Gegenstand, sondern alles kann Gegenstand des philosophischen Fragens werden, sogar der Akt des Fragens selbst.

Unter den philosophischen Disziplinen kommt der Metaphysik oder Ontologie die Vorzugstellung zu, weil sie nicht nur nach dem „Wie“ und der Logik des Fragens (bzw. Erkennens) fragt, sondern vielmehr danach, was sowohl dem Akt des Fragens (und möglichen Erkennens) selbst wie auch dem Erfragten (und Erkannten) gemeinsam bedingend zugrunde liegt. Die metaphysische Fragestellung umfasst „ebenso die logische wie die erkenntnistheoretische Frage und zugleich die Frage nach den philosophisch bedeutungsvollen Qualitäten aller Seinsgebiete“26.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.