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Der Mensch und seine Welt

Die philosophische Anthropologie in der Systematischen Theologie Paul Tillichs

Josef Torggler

Das Buch beschäftigt sich mit der philosophischen Anthropologie in der Systematischen Theologie Paul Tillichs, nach der der Mensch wie alles Seiende in sich eine essenzielle polare Struktur trägt und den Bedingungen der Endlichkeit untersteht. Auf der einen Seite vereint der Mensch in sich alle Dimensionen des Lebens (die anorganische, organische, psychische, geistige und geschichtliche Dimension) und kann durch seinen Geist mit allem, was ist, in Beziehung treten. Bewusstsein und Freiheit zeichnen ihn aus. Andererseits ist sein Dasein durch die polaren Gegensätze und den Zustand der Endlichkeit bestimmt und auch gefährdet. Es bedarf daher steter Bemühung um Ausgewogenheit der Polaritäten und um Besinnung auf das allem Relativen zugrunde liegende Absolute, in welchem das Seiende gründet.
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Einleitung

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a) Die Bedeutung der Philosophie in der Systematischen Theologie P. Tillichs

Einleitend soll die Frage gestellt werden, ob es berechtigt ist, im theologischen Werk eines Autors nach dessen Philosophie zu fragen. Macht ein Autor in einem Werk, das er als theologisches versteht, nicht immer schon Voraussetzungen, die eine reine Philosophie überschreiten und deshalb eine Darstellung seiner Philosophie von vornherein als unmöglich erscheinen lassen? Zur Beantwortung dieser Frage muss die spezielle Methode erörtert werden, die Tillich für seine theologische Arbeit gewählt und vor allem in seiner „Systematischen Theologie“ konsequent angewendet hat, nämlich die „Methode der Korrelation“1. Zugleich muss zur Beantwortung obiger Frage Wesen und Verhältnis von Philosophie und Theologie im Sinne Tillichs zur Sprache kommen.

Theologie versteht Tillich als „die methodische Auslegung der Inhalte des christlichen Glaubens“2, d.h. als die Auslegung der für den Menschen entscheidenden heilsvermittelnden Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Was die Methode dieser Auslegung angeht, richtet sich Tillich kritisch gegen eine von ihm „supranaturalistisch“ genannte Methode, „denn sie betrachtet die christliche Botschaft als eine Summe geoffenbarter Wahrheiten, die wie Fremdkörper aus einer fremden Welt in die menschliche Situation hineingefallen sind“3. Antworten aber auf Fragen, die der Mensch ← 9 | 10 → nicht in sich erfahren und gestellt hat, kann er auch nicht wirklich als Antworten erfahren und annehmen. Sie treffen ihn nicht in seiner konkreten und realen Situation. Offenbarung aber will gerade „Antwort“ sein für den konkreten Menschen in seiner entfremdeten und...

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