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La lingua italiana dal Risorgimento a oggi- Das Italienische nach 1861

Unità nazionale e storia linguistica- Nationale Einigung und italienische Sprachgeschichte

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Edited By Elmar Schafroth and Maria Selig

La ricorrenza del centocinquantesimo anno dalla fondazione dello Stato italiano offre spunto per andare alla ricerca dei processi storico-linguistici che si compirono o furono avviati con l’Unità d’Italia. Oggetto del volume sono le unità d’Italia, ossia le molteplici identità che contraddistinguono la società e la lingua italiane. Gli articoli ci mostrano che numerose identità linguistiche e culturali rispettano i confini nazionali codificati – o hanno addirittura contribuito a crearli – mentre altre li superano oppure si sviluppano in contesti regionali limitati. Questa dinamica complessa è presente tuttora, a distanza di 150 anni dall’unificazione politica.
Der 150. Jahrestag der Gründung des italienischen Staates ist ein Anlass, den sprachgeschichtlichen Prozessen nachzuspüren, die durch die politische Einigung Italiens vollendet oder angestoßen wurden. Le unità d’Italia, die vielfältigen Identitäten, die die italienische Gesellschaft und die italienische Sprache prägen, sind der Gegenstand dieses Bandes. Die Beiträge zeigen, dass zahlreiche sprachliche und kulturelle Identitäten die nationalen Grenzziehungen respektieren, ja mit geschaffen haben, andere aber über diese Grenzen hinausgehen oder sich in begrenzteren regionalen Bezügen entwickeln. Diese vielfältige Dynamik ist auch 150 Jahre nach der politischen Einigung immer noch lebendig.
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Nationalstaat und Nationalsprache am Beispiel Italiens. Ein landeskundliches Faktorenmodell: Michael Metzeltin

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In einem Interview, das der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker am 29. Februar 2012 der Tageszeitung Die Welt gab, wies er in Bezug auf Europa u.a. auf folgendes Problem hin: «Europa krankt daran, dass wir übereinander nicht genug wissen».

Das heutige Europa besteht aus Nationalstaaten, die alle bestimmte politische, geografische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und historische Eigenarten aufweisen. Diese Eigenarten sind sowohl aus der Innensicht als auch aus der Außensicht häufig mehr oder weniger positiv oder negativ konnotiert. Dadurch aber, dass der Prozess der Bildung von Nationalstaaten immer wieder ähnlich abläuft, ist es möglich, über den Vergleich ihres Werdens das Gemeinsame und die Unterschiede ihrer Eigenarten und deren Konnotationen festzustellen und in einem landeskundlichen Faktorenmodell eine tiefenstrukturelle Kenntnis und einen gegenseitigen Respekt aufgrund der nationalstaatlichen, vermutlich allgemein anthropologischen Gemeinsamkeiten aufzubauen. Die respektvolle Wahrnehmung von Unterschieden kann auch Impulse für die Suche nach neuen Wegen geben.

Dieses Faktorenmodell könnte als Metadiskurs die Grundlage für eine zusammenfassende Erfassung der fachlich häufig fragmentiert dargestellten landeskundlichen Aspekte der einzelnen Nationalstaaten bilden und als Leitfaden für eine kulturdiplomatische Vermittlung der Kenntnis fremder Länder dienen. ← 37 | 38 →

Staaten können verstanden werden als gemeinschaftlicher Verbund, der dazu dient, das Wohl der Gemeinschaft zu garantieren. Diese Idee taucht zuerst bei Aristoteles auf (Politik I: 1) und gehört seitdem dem traditionellen europäischen Staatsdenken. Staaten können dabei in jahrhundertelangen Prozessen entstehen und wachsen wie die Schweiz, es lassen sich jedoch auch zielgerichtete...

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