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Die Medizinische Fakultät Freiburg 1945 bis 1969/1970

Entwicklungslinien und Protagonisten im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

Nadine Kopp

Die Studie beschäftigt sich mit der Entwicklung der Medizinischen Fakultät zwischen 1945 und 1970. Im Fokus der Untersuchung steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen Medizinischer Fakultät und öffentlichem Raum, der wiederum die regionale Öffentlichkeit, repräsentiert durch die Stadt Freiburg, die universitäre Öffentlichkeit sowie die Öffentlichkeit der westdeutschen Universitäten insgesamt umfasst. Ausgehend von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Ende der 1960er wird die Frage nach dem Selbstverständnis und nach der öffentlichen Selbstdarstellung der Freiburger Universitätsmediziner aufgeworfen und anhand eines breiten Quellenspektrums untersucht. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass neben der medizinischen Wissenschaft auch die Öffentlichkeits- und Patientenorientierung zentrale Faktoren im Denken und Handeln der Medizinischen Fakultät Freiburg waren.
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4. Erschütterungen: Die Medizinische Fakultät in der Nachkriegszeit (1945-1949)

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Während des Bombenangriffs vom 27. November 1944 waren Universität und Universitätskliniken so stark beschädigt worden, dass sich den Vertretern der französischen Militärregierung, den Mitgliedern der Freiburger Stadtverwaltung und den in der Stadt verbliebenen Universitätsangehörigen ein desolates Bild bot, das die Frage aufwarf, inwieweit ein Wiederaufbau der Freiburger Universität überhaupt sinnvoll war.119 Gerade vor dem Hintergrund der renommierten und nur wenig zerstörten Universitäten in Tübingen und Heidelberg erschien ein Wiederaufbau der Albert-Ludwigs-Universität als übertrieben, da die württembergische Landesuniversität Tübingen und die badische Universität Heidelberg in nicht allzu weiter Entfernung lagen.120 Entgegen dieser rationalen Überlegungen sprachen sich alle Beteiligten aus unterschiedlichen Motiven für einen Wiederaufbau der Freiburger Universität aus: Während es General Schwartz von der französischen Militärregierung besonders darauf ankam, die Universität möglichst schnell wieder zu eröffnen, um die jungen Deutschen sinnvoll zu beschäftigen und ihnen eine Perspektive zu bieten, spielte für Stadt und Universität die Tatsache, dass Freiburg eine „gewachsene Universitätsstadt“ ← 57 | 58 → und die Universität ein zentraler Wirtschaftsfaktor war, eine wichtige Rolle.121 So wies der Freiburger Nationalökonom Walter Eucken (1891-1950) darauf hin, dass Studierende und Patienten gleichermaßen ein nicht zu unterschätzendes Finanzpotential für die Stadt Freiburg darstellten, weshalb die Frage des Wiederaufbaus unbedingt positiv beantwortet werden müsse:

Lohnt es sich, sie [= die Freiburger Universität und die Kliniken, Anm. d. Verf.] wieder aufzubauen...

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