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Die Medizinische Fakultät Freiburg 1945 bis 1969/1970

Entwicklungslinien und Protagonisten im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

Nadine Kopp

Die Studie beschäftigt sich mit der Entwicklung der Medizinischen Fakultät zwischen 1945 und 1970. Im Fokus der Untersuchung steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen Medizinischer Fakultät und öffentlichem Raum, der wiederum die regionale Öffentlichkeit, repräsentiert durch die Stadt Freiburg, die universitäre Öffentlichkeit sowie die Öffentlichkeit der westdeutschen Universitäten insgesamt umfasst. Ausgehend von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Ende der 1960er wird die Frage nach dem Selbstverständnis und nach der öffentlichen Selbstdarstellung der Freiburger Universitätsmediziner aufgeworfen und anhand eines breiten Quellenspektrums untersucht. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass neben der medizinischen Wissenschaft auch die Öffentlichkeits- und Patientenorientierung zentrale Faktoren im Denken und Handeln der Medizinischen Fakultät Freiburg waren.
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5. Ringen um ein neues Selbstbild: Die Medizinische Fakultät in der jungen Demokratie der 1950er Jahre (1950-1957)

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Obwohl die Medizinische Fakultät fest zum Wiederaufbau ihrer Kliniken und Institute entschlossen war, erwies sich die konkrete Wiederaufbauplanung zunehmend als Drahtseilakt, da sich die Zunahme der Studierendenzahlen in der Nachkriegszeit ebenso abzeichnete wie die Ausdifferenzierung und Spezialisierung der Medizin.274 Der sich dadurch erhöhende Raumbedarf der Medizin machte angesichts des räumlich begrenzten Instituts- und Klinikviertels einen platzsparenden und betriebswirtschaftlich sinnvollen Wiederaufbau notwendig. Kurz: Wollte die Fakultät den Erfordernissen der Medizin auch in Zukunft gerecht werden, musste sie langfristig planen und bautechnisch neue Wege gehen. Dazu bot sich beispielsweise die Hochbauweise an, die sich bereits in den 1930er Jahren in den USA durchgesetzt hatte. Dort waren mit dem Presbyterian Hospital in New York und dem „Plummer-Hochhaus der Mayo-Klinik in Rochester“275 die ersten Krankenhäuser in Hochhausform entstanden.

Für die vertikale Bauweise sprachen insbesondere die kurzen Wege, die „leichtere Installierung von Leitungen und Rohren zur Energie- und Wasserversorgung“ sowie die „günstigere Trennung und Zusammenfassung von ← 117 | 118 → Arbeitsbereichen und Abteilungen“276. Trotz dieser Vorteile setzte sich die Hochbauweise in Deutschland erst im Verlauf der 1960er Jahre durch, als der schnelle Wandel der Medizin offenkundig und nicht mehr von der Hand zu weisen war. Diesbezüglich erwies sich Freiburg zunächst als typisches Beispiel, da der Wiederaufbau der unmittelbaren Nachkriegszeit eine Wiederherstellung der zerstörten Klinikgebäude umfasste.

Hierfür war nicht nur die Tatsache verantwortlich, dass man möglichst schnell wiederaufbauen wollte, wodurch die zukünftigen Erfordernisse an die Medizin in den...

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