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Der lateinisch-altenglische «Libellus precum» in der Handschrift London, British Library, Arundel 155

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Dominik Kuhn

Die Psalterhandschrift Arundel 155 ist ein herausragendes Zeugnis der spätangelsächsischen Kultur. Sie entstand zwischen 1012 und 1023 im Kathedralkloster von Canterbury. Im Zentrum dieser Arbeit steht die erste Gesamtedition der Sammlung von 40 lateinischen Privatgebeten und ihrer altenglischen Interlinearglossierung am Ende der Handschrift. Zugleich ist es die erste Auseinandersetzung mit der Handschrift in ihrer gesamten Komplexität. In ihrem liturgischen Inhalt, ihrer Schrift, ihrem Buchschmuck und der Sprache der altenglischen Glossierung spiegeln sich sowohl Eigenheiten von Christ Church und Canterbury als auch Einflüsse vom Kontinent und aus Winchester wider. Arundel 155 und sein Libellus precum erweisen sich als beispielhaftes Werk der angelsächsischen Benediktinerreform.
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Einleitung

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Die Psalterhandschrift London, BL, Arundel 155, die zwischen 1012 und 1023 in Christ Church, Canterbury, entstand, hat zu Recht in verschiedenen Disziplinen nicht geringe Aufmerksamkeit erfahren. Für die Paläographie ist sie von Interesse, weil ihre ursprünglichen Bestandteile fast vollständig von dem namentlich bekannten Schreiber Eadwig Basan stammen, dessen Schrift eine bedeutende Rolle in der Geschichte der insularen karolingischen Minuskel spielt. Der reiche Buchschmuck, insbesondere eine Miniatur des Hl. Benedikt, ist von kunsthistorischem Belang. Ein viel beachtetes Zeugnis der Liturgiegeschichte ist Arundel 155 wegen des aufschlussreichen Kalenders, des späten Zeitpunktes für die Entstehung eines römischen Psalters sowie der Umgestaltung zu einem gallikanischen Psalter im 12. Jahrhundert. Aufgrund der fortlaufenden ae. Interlinearglossierung zu 40 lat. Gebeten am Ende der Handschrift (Fol. 171r-192v) hat sich ebenso die anglistische Sprachwissenschaft dieser Quelle bereits angenommen, doch nicht in der Form, wie sie es verdient. Auch stand die Handschrift Arundel 155 kaum jemals in ihrer Gesamtheit im Zentrum des Interesses. Leider kann die vorliegende Arbeit die vielschichtige Handschrift ebenso wenig in ihrer ganzen Breite erschöpfend behandeln, denn vordringliches Ziel ist es, eine zuverlässige und moderne Textedition der ae. Gebetsglossierungen zu bieten, die bisher nur in verstreuten und mit erheblichen Mängeln behafteten Editionen vorliegen. Allerdings gehört es zu einer solchen Edition, dass sowohl die lat. Gebetstexte wie ihre ae. Interlinearglossierungen im Kontext der Gesamthandschrift präsentiert und kommentiert werden. Dies schließt somit auch eine Gesamtbeschreibung der Handschrift Arundel 155 mit ein.

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