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Deutsch kontrastiv aus italienischer Sicht

Phraseologie, Temporalität und Pragmatik

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Edited By Claudio Di Meola and Daniela Puato

Dieser Band enthält die Beiträge der Tagung Kontrastive Linguistik Deutsch-Italienisch der Universität Rom La Sapienza vom Februar 2014. Italienische bzw. in Italien tätige Linguistinnen und Linguisten präsentieren insgesamt zehn Aufsätze sowie drei Rezensionskommentare mit den Themenschwerpunkten Phraseologie, Temporalität und Pragmatik. Der Band setzt den Fokus auf die deutsche Sprache und verfolgt dabei eine angewandte wie theoretische Zielsetzung. Einerseits diskutieren die Verfasser den praktischen Nutzen linguistischer Forschungsergebnisse im DaF-Unterricht, andererseits erhoffen sie sich neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse durch die Gegenüberstellung mit einer nicht eng verwandten Sprache aus dem europäischen Kulturkreis.
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Wie unpersönlich ist man? – Über die Schwierigkeiten italienischer Deutschstudierender im Umgang mit einem unvertrauten sprachlichen Mittel

1. Unpersönliche Konstruktionen und man

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Unpersönliche Konstruktionen sind unverzichtbare Formulierungsmuster sprachlichen Handelns, wenn es darum geht, die Benennung des eigentlichen Trägers einer Handlung zu umgehen; sei dies aus inhaltlichen, weil man das Agens nicht kennt oder nennen möchte, sei dies aus Gründen der Schreibperspektive, weil man so sachlich wie möglich bleiben möchte, sei dies aus stilistischen Gründen, weil man die Repetition von Nomen oder Nominalphrasen vermeiden möchte. Italienische Studierende bedienen sich, wenn sie unpersönlich konstruieren wollen, häufig – aber nicht immer erfolgreich – des deutschen man, weshalb die Frage, worauf ihre Schwierigkeiten damit beruhen könnten, den Blick auf agenslose Prädikationen (vgl. die Beiträge in Redder/Ogawa/Kameyama 2012) nicht ganz ausschließen kann.

Unpersönliche Konstruktionen finden sich in narrativen, deskriptiven und argumentativen Texten, wenn auch in unterschiedlicher Quantität. So verzeichnet beispielsweise das Kernkorpus 20 des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (www.dwds.de)1 für Es am Satzanfang (deshalb hier groß geschrieben) insgesamt 170.879 Belege, davon 47.039 aus Zeitungen, 54.204 aus dem Bereich belletristischer Texte, 31.678 aus wissenschaftlichen Texten und 37.958 aus Gebrauchstexten. Die historischen Belege, die das Deutsche Textarchiv zur Verfügung stellt, sind jedoch ganz anders verteilt: Von insgesamt 132.917 Belegen fallen 0 auf Zeitungen – ein Befund, der auch mit der Geschichte dieses Publikationsorgans und der Komposition des Korpus zu tun haben dürfte. 41.370 Belege finden sich in der Belletristik der Vergangenheit, 73.845 sind Belege aus ← 161 | 162 → wissenschaftlichen Texten und lediglich 17.702 stammen schließlich aus...

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